Check-up «Musik ist meine Droge!»

Morgen raven sie wieder an der Sreet Parade in Zürich. Wer das Fest so richtig geniessen will, verzichtet besser auf Drogen und Alkoholexzesse.  
«Musik ist meine Droge»!
© Walter Bieri

Street Parade Gute Freunde, tolle DJs und heisse Musik – es geht auch ohne Drogen.

Für DJane Carol Fer- nandez ist klar: Hände weg von Drogen, und nur kontrolliert Alkohol trinken an der Street Parade. Die in Bern geborene Italo-Spanierin ist bekannt dafür, dass sie als erste DJ weltweit mit einem Live-Act performt. An der morgigen Street Parade in Zürich legt sie auf dem eigenen Love Mobile auf. Seit mehreren Jahren engagiert sie sich für SafeZone.ch, das nationale Portal für Online-Beratung zu Suchtfragen. «Kontrollierter Alkoholkonsum, gute Freunde, tolle DJs und Musik, das sollte reichen», ist sie überzeugt. Im Plattenladen ihres Vaters hat sie schon als Kind mitgekriegt, wie sich Jugendliche kaputt machten. «Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass Drogen schlecht sind, dass sie über uns entscheiden können und nicht umgekehrt. Den Preis, den man danach zahlt, um einen Entzug zu machen, ist zu hoch, das ist es nicht wert in meinen Augen», sagt die 30-jährige DJane.
 
SafeZone.ch ist eine Dienstleistung des Bundesamtes für Gesundheit in Zusammenarbeit mit den Kantonen und Suchtfachstellen. Das Beratungsteam besteht derzeit aus 32 Fachpersonen. Laut Tobias Bühlmann von der Fachstelle für Gesundheitsförderung, Prävention und Suchtberatung in Schaffhausen betreffen die meisten Anfragen das Thema Alkohol. «Im vergangenen Jahr waren das 38 Prozent, gefolgt von Cannabis mit 29 Prozent.» Das Alter der Betroffenen, die sich online beraten lassen, liegt bei 15 oder jünger und bis zu über 70-Jährigen. Mit 30 Prozent sind die 25- bis 34-Jährigen die grösste Gruppe.
 
Neue Zahlen von Sucht Schweiz lassen aufhorchen: 23 313 Personen wurden 2014 wegen Alkoholvergiftung oder Abhängigkeit in Spitälern behandelt. Darunter 11 080 mit einer Alkoholvergiftung. Knapp acht Prozent davon sind Jugendliche zwischen 10 und 23 Jahren. Fakt ist: Durch regelmässiges Rauschtrinken wird bei jungen Menschen die Hirnentwicklung beeinträchtigt und die Basis für eine spätere Alkoholabhängigkeit gelegt.
 
Mehr infos unter: www.safe-zone.ch
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