Check-up Risiko späte Schwangerschaft?

Frauen, die mit 40 Jahren noch ein Baby bekommen, sind längst keine Einzelfälle mehr. Klar ist, das Durchschnittsalter der Gebärenden nimmt zu. Dr. Surbek weiss, worauf es bei diesen Schwangerschaften ankommt.
Risiko späte Schwangerschaft?
© Getty Images, Kurt Reichenbach

Die Zeit kann niemand stoppen – und genau das ist das Problem vieler Frauen. Denn spätestens ab 35 Jahren beginnt die biologische Uhr zu ticken. Frauen, die wissen, dass sie keine Kinder mehr wollen, können sich entspannen. Alle anderen sollten sich mit dem Thema auseinandersetzen.

Tatsache ist: Vor 50 Jahren lag das Durchschnittsalter fürs erste Kind bei 27 Jahren, heute bei 31. Zudem gibts immer mehr Spätgebärende. In der Schweiz ist jede dritte Mutter bei der Geburt ihres ersten Kindes über 35 Jahre alt. «Die Altersgrenze, bei der wir von einer Risikoschwangerschaft sprechen, hat sich nach oben verschoben. Sie liegt heute eher bei 40 Jahren», sagt Prof. Daniel Surbek, Direktor und Chefarzt der Frauenklinik am Inselspital Bern. «Trotzdem bleiben die Risiken für eine späte Schwangerschaft weiterhin höher.»

Die häufigsten Kompli-kationen: Frühgeburt, Wachstumsverzögerungen des Kindes, Chromosomenanomalie, Diabetes und Bluthochdruck sowie Tod des Kindes bei Überschreitung des Termins. «Im Wesentlichen sind alle relevanten Schwangerschaftskomplikationen im Vergleich zu einer 25-jährigen Schwangeren erhöht. Zudem kommen Zwillinge im höheren Alter häufiger vor, was wiederum das Risiko erhöht.» Deshalb brauche es spezielle Abklärungen. «Falls die Eltern eine pränatale Diagnostik wünschen, ist der NIPT in jedem Fall der beste Test», sagt Prof. Surbek. Beim nichtinvasiven Pränataltest werden bestimmte Chromosomenanomalien aufgezeigt.

Aber auch die neue Screeninguntersuchung auf Schwangerschaftsvergiftung, Untersuchung des Frühgeburtsrisikos und regelmässige Ultraschalluntersuchungen zur Kontrolle des Kindswachstums, Blutzucker- und Blutdruckmessungen sowie das Vermeiden einer Überschreitung des Geburtstermins mittels Einleitung gehören zu einer guten Betreuung.

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