Check-up Überleben dank schnellem Einsatz

Die Zeit ist bei einem Herzstillstand das Wichtigste. Je schneller eine Reanimation stattfindet, desto höher ist die Chance, dass ein Patient überlebt.  
Überleben dank schnellem Einsatz
© Andrea Eggenberger

Zusammenarbeit Polizei und Sanität kümmern sich gemeinsam um einen Patienten mit Herzstillstand.

Ein 51-jähriger Lastwagenchauffeur kollidiert in der Stadt Zürich mit einem Strommasten. Er wird vor Ort von einer Rettungssanitäterin betreut. Im Sanitätsfahrzeug verliert der Mann das Bewusstsein und muss reanimiert werden. Oder ein weiterer Fall: Ein 59-jähriger Mann erleidet einen schweren Herzinfarkt. Bis zum Eintreffen der Polizei und der Rettungssanitäter wird die Partnerin über Telefon instruiert, wie sie die Reanimation selber beginnen kann. Innerhalb von zehn Minuten sind Polizei und Rettungssanitäter zur Stelle und übernehmen die professionelle Reanimation. Auf der Fahrt ins Spital wird der Patient ein weiteres Mal reanimiert. Nach einigen Tagen ist der Patient bereits auf dem Weg der Besserung, ohne bleibende Schäden.
Mehr als 20 000 Menschen sterben jährlich am Versagen des Herzkreislaufsystems. Das sind knapp 60 Menschen pro Tag. Ungefähr die Hälfte erleidet einen plötzlichen Herzkreislaufstillstand. Zwischen fünf und acht Prozent überleben, so die Zahlen des Bundesamtes für Statistik aus dem Jahr 2014.
Komplett andere Zahlen zeigt eine Studie von Dr. Philipp Stein, Oberarzt am Institut für Anästhesiologie des Universitätsspitals Zürich, welche die Zusammenarbeit von Schutz & Rettung mit der Stadtpolizei untersuchte: Fast doppelt so viele Patientinnen und Patienten (80 Prozent) erlangen nach einer Reanimation wieder einen eigenen Kreislauf, 70 Prozent mehr Patienten können lebend ins Spital eingeliefert werden. Mehr als doppelt so viele Betroffene, die ausserhalb des Spitals einen Herzstillstand erlitten hatten und nach der externen Wiederbelebung ins Spital eingeliefert wurden, konnten die Klinik lebend verlassen. Stein und sein Team verglichen retrospektiv die Daten vor (2004– 2009) und nach der Einführung des «First-Responder-Alarmsystems» (2010–2015). Die Zusammenarbeit der Stadtpolizei mit der Sanität startete Ende 2009. Rund tausend Stadtpolizistinnen und -polizisten wurden durch Schutz & Rettung in Erster Hilfe ausgebildet. Seit 2010 alarmiert die Einsatzzentrale 144 bei Reanimationsfällen gleichzeitig mit dem Rettungsdienst auch die Stadtpolizei. Der Alarm wird an den nächstgelegen Streifenwagen weitergeleitet. Dank dieser Zusammenarbeit sind die Überlebenschancen stark gestiegen.
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