Check-up Expertentipps: So finden Sie den passenden Laufschuh

Laufsport liegt im Trend: Rennen kann man überall, und der Aufwand ist klein. Doch wer richtig trainieren will, braucht den passenden Schuh. Unsere Tipps für den Kauf.
Laufband-Analyse: Marcel Konrad testet die neuen Schuhe auf dem Laufband und lässt sich vom Experten Andreas Hängärtner beraten
© Dick Vredenbregt Laufband-Analyse: Marcel Konrad testet die neuen Schuhe auf dem Laufband und lässt sich vom Experten Andreas Hängärtner beraten

Die Auswahl kann einen auch überfordern: Da liegen Laufschuhe in allen Preisklassen, Marken und Formen im Gestell. Mit ausgeklügelten Sohlen und Hightech-Materialien. Doch wie trifft man hier die richtige Wahl?

«Beim Laufen wird der Körper mit dem Dreifachen seines Gewichts belastet», erklärt Sportartikel-Verkäufer Andreas Hängärtner. «Ich empfehle allen, genügend Zeit für eine gute Beratung einzuplanen.» Dies machen nun Heidi Lischer, Fabienne Morgenegg und Marcel Konrad in der Running-Kompetenz-Filiale von Ochsner Sport in Sihlcity Zürich (mehr Infos auf www.ochsnersport.ch). Die drei Hobbyläufer haben bei der Aktion «Running-Team 2010» von Ochsner Sport gewonnen. Sie erhalten eines von 500 Laufsets von Asics inklusive Schuhe. Die Schweizer Illustrierte begleitet das Trio bis zu seinem Ziel: dem «Asics Grand»-10-Kilometer-Lauf am 10. Oktober in Berlin.

Um für jeden Teilnehmer den richtigen Schuh auszuwählen, geht es zuerst aufs Laufband. Marcel Konrad, 49, aus Wohlen AG trainiert wöchentlich zweimal auf dem Vitaparcours. «Die Bewegung hilft mir, Fett zu verbrennen und fit zu bleiben. Ich habe zwei Kinder in der Pubertät und meine Partnerin ebenfalls, da muss man geistig voll da sein.» Konrad steigt in Socken auf das Gerät und beginnt locker zu rennen. Eine Kamera filmt von hinten seine Füsse und Beine. Die anschliessende Analyse am Computer gibt Aufschluss über seine Haltung und sein Bewegungsmuster: Dreissig Jahre Fussball spielen haben leichte O-Beine hinterlassen, die kleinen, eher breiten Füsse stehen leicht auseinander, doch der Halt ist stabil. Hängärtner rät zu einem neutralen Laufschuh.

Beim Beratungsgespräch achtet der Fachmann nicht nur auf den Fuss des Kunden, sondern auch auf seine Laufgewohnheiten. Heidi Lischer, 47, aus Kerns OW ist eine Läuferin mit Ambitionen. Mit vierzig Jahren lief die vierfache Mutter in Berlin ihren ersten Marathon, heute startet sie an Bergläufen. «Wenn es steil hochgeht, dann muss es auch wieder mal runtergehen, sage ich mir immer», meint sie lachend. Bremsen kann die kleine Powerfrau fast keiner, nur ihre zu Hallux neigenden Füsse werden regelmässig zum Problem. Ihr passt nach mehreren Probieren das Modell Asics Gel-Kinsei 3. Andreas Hängärtner empfiehlt den Schuh nur geübten Läufern. «Er kann für das Training nach einem Marathon getragen werden, wenn die müde Muskulatur wieder angeregt werden soll.»

Wer sich für einen Schuh entschieden hat, sollte diesen einlaufen. «Läufer, die einen Marathon vor sich haben, sollten lieber mit den ausgelatschten Schuhen starten als mit neuen.» Fabienne Morgenegg, 29, kann trotzdem schlecht widerstehen. Die Zürcherin will am selben Tag ihre neuen Schuhe bei einem Lauf testen. Hängärtner hat nichts dagegen: «Fünf Kilometer gehen in Ordnung, das ist wie eine Trainingsstrecke.» Morgenegg nimmt ab und zu an Läufen teil. «Grundsätzlich geht es mir beim Joggen aber um nichts, ich renne gern quer durch den Wald und finde so einen guten Ausgleich zu meiner Arbeit im Fotogeschäft.» Etwas Ehrgeiz spürt aber auch sie. Für den «Asics Grand» in Berlin will sie im Oktober fit sein: «Es macht keinen Spass, einen solchen Lauf auf dem letzten Zacken zu rennen.»

Auch interessant