Check-up: Herz-Kreislauf Fluglärm macht krank!

Die Fluglärmdebatte ist in vollem Gange. Sie erhitzt nicht nur die Gemüter, auch Gesundheitsexperten sind alarmiert. Denn neuste Studien bestätigen: Fluglärm ist ungesund.

Sie schlagen einsam einen gemeinsamen Kampf. Menschen, die dort wohnen, wo Flugzeuge über ihren Köpfen starten und landen.

Das Wort Lärm stammt vom italienischen «all’arme» (zu den Waffen!). Ein militärischer Begriff, der heute ohne kriegerische Absicht zu Depressionen, Bluthochdruck und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann. Das bestätigen neuste Studien der Mainzer Universitätsklinik erneut.

Nach Angaben von Medizinern belastet Fluglärm auch dann, wenn er im Schlaf nicht bewusst wahrgenommen wird. Wenn Wohnhäuser nachts von einem Flugzeug überflogen werden, steige der Blutdruck der Bewohner deutlich an.

Fluglärm ab 50 Dezibel, das entspricht ungefähr dem Geräusch einer Geschirrwaschmaschine, hemme Kinder in ihrer kognitiven Leistung, wie beispielsweise ihrer Lesefähigkeit. Resultate, die Prof. Martin Röösli, Studienleiter einer schweizweiten Fluglärm-Studie von 2010, wenig überraschen: «Unsere Auswertungen zeigten: Wer täglich Fluglärm ab 60 Dezibel ausgesetzt ist, hat ein rund 30 Prozent höheres Herzinfarkt-Risiko als der Durchschnittsschweizer.»

Auch Politiker sorgen sich um die Gesundheit der Bevölkerung: Die Regierungen der Kantone Aargau, Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau, Zug und Zürich lehnen zurzeit die Absichtserklärung zum An- und Abflugregime des Flughafens Zürich rundweg ab, das von Bundesrätin Leuthard und dem deutschen Verkehrsminister Ramsauer ausgehandelt wurde.

Helfen also nur höhere Lärm-Abgaben für laute Flugzeuge, strengere Lärmvorschriften und ein uneingeschränktes Nachtflugverbot von mindestens sieben Stunden? Prof. Röösli: «Aus medizinischer Sicht wäre dies sicherlich mehr als wünschenswert.»

 

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