Check-up Erfolg in der HIV-Behandlung!

Die gefürchtete Resistenz der Aids-Erreger gegenüber der HIV-Therapie ist in der Schweiz erfolgreich gestoppt worden. Eine Entwicklung, die sogar Aids-Forscher überrascht.
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Das HI-Virus entwickelt dank optimaler Therapie kaum mehr Resistenzen.

Für schier unmöglich hielten Aids-Spezialisten, was sich heute in der HIV-Therapie in der Schweiz offenbart: Die gefürchtete Resistenz des HI-Virus gegenüber antiretroviralen Medikamenten ist praktisch auf null gesunken. Das zeigt eine aktuelle multizentrische Studie der Schweizerischen HIV-Kohorte, die die Resistenzentwicklung seit 1988 überwacht. Bei einer Kohortenstudie wird eine definierte Patientengruppe (eine Kohorte) über einen bestimmten Zeitraum beobachtet.

Bis vor einigen Jahren war die Resistenzentwicklung ein gefürchtetes Problem in der HIV-Therapie. Das Virus sprach nach einer gewissen Zeit nicht mehr auf die eingesetzten Medikamente an. Kam dazu, dass sich die Resistenz bei einer Ansteckung auf den Partner oder die Partnerin übertrug. Resistenzen sind vor allem bei der Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten bekannt. Wenn Patienten ein Antibiotikum zu früh absetzen, zu gering dosiert oder unregelmässig einnehmen, ist es möglich, dass das Medi-kament bei der nächsten Infektion nicht mehr wirksam ist.

Für die aktuelle Studie wurden die Daten von über 11 000 Patienten und Patientinnen, die zwischen 1999 und 2013 behandelt wurden, ausgewertet. Die Zahl der Patienten mit mindestens einer Resistenzentwicklung in diesem Zeitraum sank dramatisch: von 401 auf 23. Resistenzen konnten vor allem bei Patienten, die vor 1999 behandelt wurden, beobachtet werden. Nach 2007 traten kaum noch Resistenzen auf, und wenn sie auftraten, konnten diese mit neuen potenten Medikamenten erfolgreich behandelt werden.

Die positive Entwicklung hat mehrere Gründe. Zum einen kamen nach 2007 neue Medikamente auf den Markt, welche die Vermehrung und Ausbreitung der Viren effizient unterdrückten, und das bei geringeren Nebenwirkungen. Die einmal tägliche Einnahme der Kombinationsmedikamente förderte den Erfolg der Therapie ebenfalls. Zum anderen wechselten Ärzte bei einer auftretenden Resistenz rascher die Medikamente.

Die erfreuliche Entwicklung in der Schweiz lässt sich leider nicht auf andere Länder übertragen. In ärmeren Ländern fehlt es am uneingeschränkten Zugang zur vollen Palette der antiretroviralen Substanzen und an der Überwachung der Resistenzen.
 
 
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