Check-up «Ich lebe von MRI zu MRI»!

In der Schweiz erkranken jährlich etwa 5900 Frauen an Brustkrebs. Bei vielen kann die Krankheit behandelt, oft auch geheilt werden. Nicht aber bei Frauen, die einen Rückfall mit Metastasen erleben. Die Geschichte einer Betroffenen.  
«Ich lebe von MRI zu MRI»!

Gefährdet Bei einer von drei Brustkrebspatientinnen kommt es zu einem Rückfall mit Metastasen.

Ununterbrochen Chemotherapien seit fünf Jahren, Bestrahlungen, stereotaktische Radiochirurgie, Injektionen; alles Therapien mit happigen Nebenwirkungen – Muriel Novak hat eine schwierige Zeit hinter sich: «Dass ich noch lebe, sei wie ein Sechser im Lotto, meinen die Ärzte.» Seit zwei Jahren ist zwar Krebs-Stillstand; doch nichts ist mehr wie zuvor. «Wir chronisch Krebskranken leben wie auf anderen Planeten», sagt die 51-Jährige.

Begonnen hat ihre Leidensgeschichte an Weihnachten vor fünf Jahren. Da bekam sie die Diagnose Brustkrebs. Es war ein aggressiver Tumor, acht Zentimeter gross. Ein halbes Jahr zuvor wurde Mammografie und Ultraschall gemacht. Die Ärzte beruhigten, es sei kein Tumor zu erkennen. Drei Monate später war der Befund wieder negativ, die Schmerzen seien hormonell bedingt. Wiederum drei Monate später brachte eine Stanzbiopsie die Gewissheit. In keiner Bildgebung war der Tumor zu erkennen gewesen.

Es folgten verschiedene grosse Operationen, Chemo-, Radio-, Antihormon- und andere Therapien. «Ein Fulltime-Job seither», sagt Muriel. Und zu Hause hatte sie eine Familie, zwei Kinder, die sie noch brauchten und heute noch brauchen. «Den Job als Mutter kann frau nicht kündigen.» Kurz darauf fanden die Ärzte Knochenmetastasen, die allerdings durch die Chemotherapie bereits inaktiv waren.

Ende 2014 wurde ein Kontroll-MRI (Magnet-Resonanz-Tomografie) von Muriels Kopf gemacht. Und man fand kleine Hirnmetastasen. Die Vorbereitungen zur und die stereotaktische Strahlentherapie selber empfand sie als «äusserst beängstigend». Der ganze Horror wiederholte sich neun Monate später, als eine neue Hirnmetastase entdeckt wurde. Neurologische Symptome hatte sie zwar nie. Seither bekommt sie aber weitere chemotherapeutische Medikamente, die starke Nebenwirkungen verursachen.

Alle drei Monate muss Muriel Novak ein MRI machen lassen. Die diversen Infusionen, Tabletten, Spritzen erschöpfen den ganzen Körper, verursachen Fatigue und andere Nebenwirkungen. «Bis am Mittag bin ich einigermassen aktiv. Am Nachmittag reicht es gerade noch zum Lesen, und am Abend kann ich mich kaum noch gerade halten am Esstisch.» Das soziale Leben leidet unter ihrer Krankheit. Ausgehen, Ferien, Einladungen, das schafft sie nur selten.

Muriel Novak hat gelernt, ihr Schicksal zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen. Wie hat sie das alles ausgehalten? «Ich musste einfach überleben für meine Familie und konnte die Kraft dazu dank meinem Glauben entwickeln.» Am Leben gehalten hat sie – nebst der Schulmedizin natürlich – die Familie, Freundinnen, die Psychoonkologie, Sport und Yoga. Und sie wurde stark, ruhig und gelassen. Das muss sie sein, um einen eventuell positiven Befund bei den alle drei Monate stattfindenden MRI-Untersuchungen auszuhalten.

Was bringt die Zukunft? «Ich plane nicht, sondern lebe im Jetzt. Ich bin sehr dankbar dafür, überhaupt noch zu leben.» Aber einen Wunsch hat sie. Sie möchte gerne ihre zukünftigen Enkelkinder erleben.

 
Auch interessant