Neue Technik Innovation hilft bei der Reha

Frühmobilisierung heisst das Zauberwort für Patienten nach einem Schlaganfall oder einer Rückenverletzung. Pionierarbeit auf diesem Gebiet leistet das Schweizer Medizintechnik-Unternehmen Hocoma.
Schneller auf den Beinen dank einem Kipptisch, der die Beine mittels Elektrostimulation mobilisiert.
Schneller auf den Beinen dank einem Kipptisch, der die Beine mittels Elektrostimulation mobilisiert.

Erigo Pro heisst der neuste Coup aus dem Hause Hocoma. Nach dem Lokomat zur Wiedererlangung der Gehfähigkeit in der Neurorehabilitation und dem Trainingsgerät Armeo für die Wiederherstellung der Arm- und Handfunktionen, stellte die Schweizer Firma kürzlich die nächste Generation ihres Erigo vor. Das Gerät mit integrierter Elektrostimulation dient der Frührehabilitation. Profitieren können von diesem Gerät bettlägerige Patienten und Patientinnen nach einem Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder nach Rückenmarkverletzungen. Nach neusten Erkenntnissen aus der Neurowissenschaft sollten solche Patienten möglichst frühzeitig mobilisiert werden. Denn sobald Betroffene länger liegen müssen, wird das Herz-Kreislauf-System empfindlich gestört und die Atmung sowie Muskeln und Skelett beeinträchtigt. Ausserdem besteht bei lang andauernder Immobilität die Gefahr weiterer medizinischer Komplikationen wie tiefer Beinvenenthrombosen oder Infektionen.

Durch die aufrechte Haltung im Erigo Pro – einem Kipptisch mit integriertem Beinantrieb – können Patienten bereits im Frühstadium der Rehabilitation intensiv und sicher mobilisiert werden. Die Beinbewegungen erfolgen vollständig synchron mit der eingebauten Robotik. Diese Bewegungstherapie aktiviert und stimuliert das zentrale Nervensystem. Unterstützt wird dabei auch das Herz-Kreislauf-System durch die integrierte Elektrostimulation. Erfahrungen aus dem Klinikalltag haben gezeigt, dass die Therapie mit dem Erigo Pro auch das Bewusstsein, die Verdauung sowie die kognitiven Fähigkeiten der Patienten positiv beeinflusst. Verringert werden zudem bei neurologisch Erkrankten die Spastizität.

Die frühe Mobilisierung der Patienten unterstützt den Heilungsprozess. Das bedeutet auch einen kürzeren Aufenthalt im Aktubereich und im Spital, was sich deutlich auf die Kosten auswirkt. Vom neusten Gerät profitieren aber nicht nur die Patienten, sondern auch die Physiotherapeuten. Die körperliche Belastung zur Mobilisierung von Bettlägerigen entfällt damit.

Die Vorgängerversion des Frührehabilitationsgerätes basiert auf Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der Universitätsklinik Balgrist in Zürich und des Universitätsklinikums Heidelberg.

 

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