Betrifft Malaria Krank wegen Klimawandel?

Malaria – die Krankheit gilt in Griechenland seit knapp vierzig Jahren als ausgestorben. Und doch wurden wieder vermehrt Fälle registriert: Wird die Tropenkrankheit in Europa wieder heimisch?
Krank wegen Klimawandel?
Krank wegen Klimawandel?

Als hätten sie nicht schon genug Probleme. Dem krisengeschüttelten Griechenland droht eine weitere Plage: Malaria. Zwar gilt die Krankheit seit knapp vierzig Jahren als ausgestorben, in den letzten Jahren wurden jedoch wieder vermehrt Fälle registriert. Die Parasiten wurden vermutlich durch Migranten eingeschleppt.

Ist wegen der Klimaveränderung auch in der Schweiz mit einer Zunahme von neu auftretenden Infektionskrankheiten wie eben Malaria zu rechnen? «Inwieweit der Klimawandel neue Krankheiten mit sich bringt, ist derzeit reine Spekulation. Er ist nur ein Faktor von vielen», sagt Dr. Pie Müller, Entomologe am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut in Basel. «Auch hier haben wir Mücken, die fähig sind, Malaria zu übertragen. Viel relevanter ist darum die Frage, wie häufig Parasiten eingeschleppt und von den Mücken effektiv von Mensch zu Mensch übertragen werden.»

Laut WHO ist derzeit das Infektionsrisiko in Griechenland gering: Es gab in den letzten zwei Jahren keine Fälle bei Touristen. Dennoch rät das amerikanische Center for Disease Control and Prevention (CDC) Reisenden nach Griechenland sogar zur medikamentösen Malariaprophylaxe. «Diese Vorsichtsmassnahme gilt nur für ganz spezifische tropische Regionen», sagt Dr. Müller. Ein Ausbruch von Malaria in der Schweiz sei unwahrscheinlich, da wir ein funktionierendes Gesundheitssystem haben. «Die Übertragung der Malaria wird nicht durch das Vorkommen der Mücken bestimmt. Umwelt-, soziale und ökonomische Faktoren bestimmen das Risiko der Übertragung.»

Und genau hier hapert es in Griechenland: Die Verhinderung infektiöser Stiche sollte in dem Land, das jährlich von 16 Millionen ausländischen Touristen besucht wird, eine wirtschaftliche Notwendigkeit sein. Die Touristen werden deshalb angehalten, sich speziell in den Sommermonaten gut mit entsprechenden Mitteln gegen Mückenstiche zu schützen.

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