Check-up: Pflanzenrezepte Medizin aus dem Teebeutel!

Melisse gegen Nervosität, Löwenzahn gegen Appetitmangel und Holunderblüten gegen Erkältungen – Tee hilft bei den unterschiedlichsten Krankheiten. Grossmutters Pflanzenrezepte feiern im Winter Hochsaison. Das Geheimnis liegt in der richtigen Zubereitung.

Beschwerden des Verdauungstraktes

Durchfall:
Getrocknete Heidelbeeren eignen sich gut für die Teezubereitung. Dazu verwendet man ausschliesslich die getrockneten Früchte. Zubereitung 1 EL getrocknete Heidelbeeren ganz oder als Pulver mit 2,5 dl Wasser 10 Minuten kochen lassen, absieben. Geben Sie keinen Zucker bei, das verstärkt den Durchfall. Dosierung Je nachdem, wie unwohl Sie sich fühlen, kann der Tee mehrmals täglich eingenommen werden. Tagesdosis 20 bis 60 g. Bei Kindern können Sie den herben Geschmack unterdrücken, wenn Sie den Tee unter den Brei mischen. Achtung! Der Tee eignet sich nur bei leichten Fällen von Durchfall, besonders bei Kindern. Bei einem heftigen Verlauf sollten Sie spätestens nach drei Tagen einen Arzt konsultieren.

Verstopfung:
Senna wirkt als natürliches Abführmittel. Verwendet werden Blätter und Früchte der aus Indien stammenden Pflanze. Zubereitung Giessen Sie etwa 2 TL geschnittene lose Blätter mit 2,5 dl heissem Wasser auf, lassen Sie den Tee 5 Minuten ziehen. Dosierung Ein bis zwei Tassen morgens oder abends. Die Wirkung sollte nach etwa acht Stunden eintreten. Unterbrechen Sie die Therapie nach erfolgtem Stuhlgang für zwei bis drei Tage. Achtung! Für Patienten mit Darmverschluss, schwangere und stillende Mütter sowie zur Gewichtsreduktion ist Senna ungeeignet.

Appetitmangel:
Die Bitterstoffe des Löwenzahns fördern die Sekretion im Magen-Darm-Trakt. Verwendet werden die Wurzel und das Kraut. Zubereitung Etwa 1 EL zerkleinerte Wurzel mit 1,5 dl kochendem Wasser aufgiessen und 10 Minuten ziehen lassen. Dosierung Dreimal täglich eine Tasse vor den Mahlzeiten trinken. Bei Kindern bis zu sieben Jahren sollten Sie den Teebeutel kürzer ziehen lassen als empfohlen. Auch bei Senioren sollte die Dosis nicht zu stark sein. Achtung! Löwenzahnzubereitungen sind für Patienten mit Verschluss der Gallenwege, akuter Gallenblasenentzündung oder bei Darmverschluss nicht geeignet.

Bewährte Teemischung bei Verdauungsbeschwerden: Pro Tasse ca. 1/2 TL Pfefferminzblätter und ca. 1/2 TL zerstossener Kümmel mit 1,5 dl kochendem Wasser übergiessen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen.


Nervensystem und Psyche

Schlafstörung:

Beim Hopfen werden die getrockneten Zapfen, also die weiblichen Blüten der Pflanze, verwendet. Zubereitung Übergiessen Sie 3 bis 4 TL lose Hopfenzapfen mit 1,5 dl kochendem Wasser, 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Dosierung Eine bis zwei Tassen des angenehm warmen Tees etwa zwei Stunden vor dem Schlafengehen trinken. Bei Kindern je nach Alter ein Drittel oder die Hälfte der Normaldosis verwenden. Achtung! Der Geschmack von Hopfen ist gewöhnungsbedürftig. Wenn Sie trotz der Behandlung tagsüber müde sind, sollten Sie einen Arzt konsultieren.

Nervosität:
Die Inhaltsstoffe der Melissenblätter wirken beruhigend, vor allem wenn die Nervosität auf den Magen schlägt. Zubereitung 5 TL Melissenblätter mit 1,5 dl kochendem Wasser übergiessen und den Tee 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dosierung Mehrmals täglich eine Tasse trinken. Bei Kindern und Senioren reicht die halbe Dosis. Achtung! Auch das Erlernen von Entspannungstechniken kann längerfristig helfen.

Bewährte Teemischung bei Unruhezuständen: 1 knapper TL Baldrianwurzel, 3 TL Melissenblätter und 1 TL Hopfenzapfen mit 1,5 dl kochendem Wasser übergiessen, 5 bis 10 Minuten ziehen lassen, absieben und vor dem Schlafengehen trinken.


Beschwerden der Atemwegsorgane

Husten:
Thymiankraut fördert in erster Linie den Auswurf und wirkt zudem antibakteriell. Zubereitung Übergiessen Sie 1 bis 2 TL des losen Krauts mit 1,5 dl heissem Wasser, 10 bis 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dosis Trinken Sie drei- bis viermal täglich eine Tasse.

Fieberhafte Erkältung:
Holunderblüten wirken schweisstreibend. Zubereitung 2 bis 3 TL lose Holunderblüten mit 1,5 dl heissem Wasser übergiessen und 5 bis 10 Minuten ziehen lassen. Dosierung Drei bis vier Tassen über den Tag verteilt, bei starken Beschwerden alle zwei Stunden eine Tasse. Kleinkinder sollten nur die halbe Dosis einnehmen.

Bewährte Teemischung bei Erkältungen: 30 g Lindenblüten, 30 g Holunderblüten, 20 g Mädesüssblüten und 20 g Hagebuttenfrüchte. Übergiessen Sie pro Tasse 1 EL der Mischung mit kochendem Wasser, lassen Sie den Tee 10 Minuten ziehen.


Nieren- und Harnwegsinfektionen

Blasenentzüdung: 
Von der Bärentraube werden die getrockneten Blätter des Strauches verwendet. Zubereitung Zerkleinern Sie 3 TL Bärentraubenblätter, überbrühen Sie diese mit 1,5 dl kochendem Wasser, 10 Minuten ziehen lassen. Dosierung Bis zu vier Tassen täglich trinken. Achtung! Schwangere und Stillende sollten darauf verzichten.

Bewährte Teemischung: 1 bis 2 TL Birkenblätter, 1 bis 2 TL Goldrutenkraut und 1 bis 2 TL Orthosiphonblätter mit 1,5 dl kochendem Wasser übergiessen, 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Täglich drei bis vier Tassen davon trinken.


 

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