Check-up Neu! Notfallstation für Senioren

Am Unispital Basel gibts jetzt schweizweit die erste Notfallaufnahme für ältere Personen. Das neue Angebot richtet sich ganz nach den Speziellen Bedürfnissen von Menschen ab 65 Jahren. 
Check-up Neu! Notfallstation für Senioren
© iStockphoto

Wie bitte? Ein häufiges Problem mit älteren Patienten: die Verständigung aufgrund einer Hörschwäche.

Hektik hat hier keinen Platz. Die Räume sind hell, es gibt genügend Sitzmöglichkeiten, und eine grosse Uhr hängt an der Wand. Die neue Notfallaufnahme des Universitätsspitals Basel (USB) ist ganz auf die Bedürfnisse von Senioren ausgelegt.

«Ältere Patienten sind typischerweise ernsthaft krank, wenn sie zu uns kommen», sagt Prof. Roland Bingisser, Chefarzt des Notfallzentrums am USB. Für eine 85-jährige Frau kann der Aufenthalt im Wartezimmer sehr belastend sein: Vielleicht ist es ihr zu laut und hektisch; oder sie verliert den Bezug zur Aussenwelt; oder sie kann nicht bequem sitzen und ist von Sorgen und Ängsten geplagt. «Das Risiko, die Orientierung zu verlieren, delirant zu werden oder in eine schlecht zu kontrollierende Schmerzsituation zu gleiten, ist deshalb bei Senioren in allen Notfallstationen besonders hoch», erläutert Prof. Bingisser.

Die Bedürfnisse älterer Personen stehen deswegen in der neuen Notfallaufnahme im Zentrum. Die ruhige und helle Atmosphäre nimmt den Patienten die Ängste, die Uhr mit den grossen Ziffernblätter sorgt für Orientierung. Alle Hindernisse wurden aus dem Weg geräumt, dank den Sitzmöglichkeiten müssen die Patienten nicht stundenlang an die Decke starren. Hinzu kommen Hilfsmittel wie Seh-, Hör- und Gehhilfen sowie Handläufe, um die Sturzgefahr zu minimieren.

«Wir nehmen uns die Zeit, genau hinzuhören. Denn schon die Kommunikation kann problematisch sein», sagt Prof. Bingisser. Dafür braucht es speziell ausgebildete Ärzte und entsprechendes Pflegepersonal. Die wissen auch, wann sie Patienten mit gutem Gewissen nach Hause schicken können oder weitere Behandlungen angesagt sind.

Die Gruppe der über 65-Jährigen macht rund 30 Prozent aller Eintritte in das USB-Notfallzentrum aus. «Der Anteil dieser Altersgruppe wird in den kommenden Jahren stark ansteigen und ist schon heute hauptverantwortlich für die Zunahme der Notfallbesuche.»

Auch interessant