Betrifft krankes Herz Neue Richtlinien für die Therapie

Die Zahl von Spitaleinweisungen aufgrund von Herzinsuffizienz hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht. In der Schweiz leiden 120 000 Menschen an einem schwachen Herz. Trend steigend.
Neue Richtlinien für die Therapie
Neue Richtlinien für die Therapie

Atemnot, Unruhe, Erschöpfung, trockener Husten, Wassereinlagerungen in den Beinen: Diese Beschwerden geben dem Kardiologen Hinweise für eine Herzinsuffizienz. Der schwache Herzmuskel ist nicht mehr in der Lage, genügend Blut in den Kreislauf zu befördern. Die häufigste Ursache für eine Herzinsuffizienz ist ein vorhergehender Herzinfarkt oder ein länger bestehender und nicht behandelter Bluthochdruck. Eher selten ist eine Erkrankung der Herzklappen oder eine Herzmuskelentzündung der Grund für die Schwäche.

In der Schweiz leiden 120 000 Menschen an Herzschwäche, und jedes Jahr kommen 26 000 neu dazu. «Herzinsuffizienz ist die einzige Herzkrankheit, deren Häufigkeit zunimmt», sagt Prof. Dr. Frank Ruschitzka, Leiter des neuen Zentrums für Herzinsuffizienz am Universitätsspital Zürich. Jeder zehnte Patient stirbt nach einem Jahr, nach fünf Jahren lebt noch die Hälfte der Betroffenen. Die Mortalität ist damit deutlich höher als bei den meisten Krebserkrankungen. Dass die Krankheit so stark zunimmt, ist nicht zuletzt dem medizinischen Fortschritt zu verdanken. «Vor allem die neuen invasiven Verfahren erlauben es uns heute, viele Patienten zu retten, die wir früher verloren haben», gibt Prof. Ruschitzka zu bedenken.

Am International Cardiology Update, der vergangene Woche in Davos stattfand, sprach der Kardiologe über die Richtlinien zur Therapie der Herzinsuffizienz: Die erste Option sind Diuretika, gefolgt von ACE-Hemmern und Beta-Blockern zur Entlastung des Herzes. Als vierte Option setzt der Kardiologe einen MR-Antagonisten ein, der die Wirkung des Hormons Aldosteron, zuständig für den Elektrolytstoffwechsel, blockiert. Ist die Herzfrequenz des Patienten noch immer zu hoch, kommt die Substanz Ivabradin zum Zug. Am Schluss dieser Skala folgen: neuartige Schrittmacher zur kardialen Resynchronisation, Cardioverter-Defibrillatoren und als letzte Option Kunstherzen und die Transplantation.

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