Check-up: Schönheitschirurgie Schnippeln oder stechen?

Der Trend in der Schönheitschirurgie geht immer mehr Richtung Unterspritzen. Kombiniert mit einem sanften chirurgischen Lifting lassen sich optimal natürliche Resultate erzielen.

Was hängt, muss gestrafft werden. Was zu viel ist, muss weg, und wo was zu wenig ist, muss Volumen her. Das ist die kurze, aber treffende Aussage zum neusten Trend in der Schönheitschirurgie von Dr. Jens Otte von der Beautyclinic Otte & Otte in Zürich. Die Chirurgie steht nicht mehr primär im Vordergrund. Das Volumenlifting hat das Skalpell weitgehend verdrängt. Die plastische und ästhetische Chirurgie ist sanfter geworden, das Spektrum wurde um Fillers und Botox erweitert. «Der Beruf hat sich verändert. Der Trend geht eher in Richtung ästhetische Medizin mit Beherrschung chirurgischer und nicht chirurgischer Massnahmen, um die Schönheit wieder rauszuholen, zu verlängern oder zu betonen», erklärt Dr. Otte. Gerade deshalb sollte ein solcher Eingriff nur vom Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie durchgeführt werden.

Die lokale Volumenauffüllung im Gesicht vermag auch hängende Partien anzuheben, zu straffen und Falten zu mildern. Um Gesichtszüge anzuheben, verwendet Dr. Otte Hyaluronsäure in verschiedener Dichte. Während vor ein paar Jahren die Substanz vor allem gegen Falten angewendet wurde, benutzt der plastische Chirurg sie heute vor allem für die Volumengebung. Hyaluronsäure ist ein körpereigener Stoff, der in der Haut eine grosse Menge Wasser bindet. Dadurch wird der Transport von Nährstoffen in der Haut sichergestellt, freie Radikale werden gebunden und schädliche Umweltfaktoren abgeblockt.

Mit zunehmendem Alter nimmt der Hyaluronsäure-Gehalt ab. Folgen sind schlaffe Gesichtszüge und Falten. Die Unterspritzung von Hyaluronsäure erhöht die Fähigkeit der Haut, Wasser zu binden, verstärkt die Festigkeit und Flexibilität der Haut. «Alle Filler verursachen einen Druck auf die Fibroplasten in der Haut. Dadurch wird die Kollagen-Biosynthese angekurbelt. Zwar wird nicht eine grosse Menge neues Kollagen stimuliert, aber eine häufige Unterspritzung genügt doch, dass die Abstände zwischen den Behandlungen länger werden», erklärt Dr. Otte. Beim Volumenlifting im Gesicht spritzt der Schönheitschirurg dickflüssige Hyaluronsäure. Die ist zwar teurer, hält dafür aber länger. Um ein gutes Resultat zu konservieren, muss etwa alle sechs bis zehn Monate nachgespritzt werden. Meistens nicht mehr die gleiche Menge wie beim ersten Mal, was sich auch im Preis niederschlägt.

Mit einem Volumenlifting lässt sich ein chirurgischer Eingriff oft einige Jahre hinauszögern. «Ab Ende 40, Anfang 50 ist bei den meisten Patienten die chirurgische Straffung ein Thema. Heute wird allerdings viel weniger aggressiv gestrafft als noch vor 15 Jahren. Die meisten Patienten wollen ein natürliches Aussehen und schnell zurück in ihren Alltag und kommen lieber nochmals zu einer Nachbehandlung vorbei», sagt der plastische und ästhetische Chirurg. Mit einem chirurgischen Hals-Wangen-Lifting kann man bereits nach sieben Tagen wieder unter die Leute. Die Narben sind praktisch unsichtbar. Die Schnittstellen bringt Dr. Otte vor und hinter den Ohren an. Nach einem dreitägigen Kopfverband werden die Fäden vom Eingriff bereits nach sieben Tagen gezogen.

Die Kombination von chirurgischem Hals-Wangen-Lifting und Volumen-Vergrösserung bringt für Dr. Otte ein optimales und vor allem natürliches Resultat. Die unteren Partien werden dabei sanft gestrafft, allfällige Hamsterbäckchen und Doppelkinn abgesaugt, der Volumenverlust an den Wangen mit dickflüssiger Hyaluronsäure aufgefüllt, Nasolabialfalten, Augenringe und tiefe Zornesfalten werden ebenfalls mit Hyaluronsäure unterspritzt und die Stirnfalten mit Botox geglättet. Zeigt sich der Alterungsprozess vorwiegend am Hals, und sind die Gesichtszüge durch ein Volumenlifting noch jugendlich frisch, bietet sich eine ambulante Halsstraffung an. Die Narben kommen dabei hinter die Ohrmuscheln zu liegen.

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So viel kostet eine Verjüngung

Die Kombination von Chirurgie und Volumenlifting:
Lifting: ca. CHF 10 000.–
Narkose: CHF 4000.–
Unterspritzen: ca. CHF 1000.–
Total: ca. CHF 15 000.–

Ein reines Volumenlifting mit Hyaluronsäure und Botox:
Etwa CHF 2500.– bis 3500.–
Nachspritzen nach 6 bis 10 Monaten: ab CHF 1000.–

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