Check-up: Schwarzer Hautkrebs Siesta gegen Sonnenbrand!

Das beste Mittel gegen Sonnenbrand heisst: Schatten und Sonnencreme.
Unbekümmert sändelen: Am besten eignet sich dazu der Vormittag und die Zeit ab halb vier Uhr nachmittags.
© Prisma Unbekümmert sändelen: Am besten eignet sich dazu der Vormittag und die Zeit ab halb vier Uhr nachmittags.

«Ich rate generell zu einem höheren Schutzfaktor. Denn auch bei Faktor 50 ist es fast unmöglich, diesen Schutz wirklich zu erhalten. Dafür müsste man auf zwei Quadratzentimeter Haut je zwei Gramm Creme auftragen», erklärt Prof. Reinhard Dummer. Der Dermatologe empfiehlt den Lichtschutzfaktor 30 und mehr. «Dieser blockiert 98 Prozent aller UV-Strahlen.»

Trotzdem mahnt er, dass ein einmaliges Auftragen nicht reicht. Durch Schwimmen, Abtrocknen und Sand verschwindet der Schutz. Deshalb rät Prof. Dummer: «Mindestens zweimal pro Tag eincremen, und das am besten 20 Minuten bevor man in die Sonne geht.» Ob die Creme vom Vorjahr ist, spielt keine Rolle. Dafür verträgt sie keine Hitzetemperaturen. Menschen, die zu fettiger Haut neigen, sollten Gels, Sprays und Fluids bevorzugen. Ansonsten kann sich die Akne verschlechtern.

Oft wird der Arzt gefragt, ob sich ein Vorbräunen im Solarium lohnt. Seine Antwort: «Nein.» Es mache keinen Sinn, denn dabei würden nur die vorhandenen Pigmente etwas dunkler. Diese verfügen über keinerlei schützenden Effekt. Im Gegenteil: Eine neue, umfangreiche Studie zeigt, dass Solarien ein um 75 Prozent erhöhtes Melanom-Risiko bringen. Das wiegt angesichts eines Krebses, der so häufig und so bösartig ist wie das Melanom, umso schwerer.

In der Schweiz erkranken so viele Leute an Hautkrebs wie sonst nirgends in Europa: Es sind jährlich 15 000 Menschen. Prof. Dummer schätzt ihre Zahl sogar noch höher: «Beim schwarzen Hautkrebs gehen Experten von bis zu 2000 Fällen im Jahr aus. Auf jeden schwarzen kommen sicher bis fünfzehn weisse Hautkrebse.»

Fachleute unterscheiden zwischen schwarzem und weissem Hautkrebs. Der weisse ist meist gutartig. Die häufigsten Formen: Basaliom und Spinaliom. Das Basaliom gilt nicht als lebensbedrohlich, da es im Gegensatz zum Spinaliom keine Metastasen bildet. Beide Arten finden sich vor allem im Gesicht bei älteren Menschen. Dazu zählen: Unterlippe, Kinn, Nasenrücken und Stirn. «Das sind typische Sonnenterrassen. Besonders heikel wird es bei einer Glatze. Das ist manchmal wirklich dramatisch, weil die ganze Kopfhaut betroffen ist», sagt Dermatologe Dummer. Der Grund für die Zunahme erklärt er damit, dass die Bevölkerung immer älter wird. Und er vermutet, dass auch die Höhenlage der Schweiz eine Rolle spielt. Zudem haben viele Einwohner der Schweiz zwar dunkle Haare, aber einen hellen Hautton. Diese Personen zählen zur Risikogruppe.

Der schwarze, bösartige Hautkrebs, auch Melanom genannt, stammt von den farbstoffbildenden Zellen der Haut ab. Diese sind für die Bräunung verantwortlich. «Es ist die gefährlichste Form aller Hautkrebsarten, weil sie bei etwa 15 bis 20 Prozent der Patienten Ableger, sogenannte Metastasen, in anderen Organen bilden kann. Und das bedeutet Lebensgefahr», sagt Prof. Dummer. Je früher der Spezialist ein Melanom erkennt, desto höher die Heilungschancen. Darum gilt: Hautveränderungen stets beobachten (siehe Box)!

Die Heilungschance bei einem Melanom hängt stark von der Früherkennung ab. Ist es noch klein, kann es der Arzt mit einem einfachen operativen Eingriff vollständig entfernen. Damit es jedoch gar nicht erst so weit kommt, verrät Prof. Dummer seinen Spezialtipp für die Sommerferien: «Machen Sie eine Siesta! Das schützt Sie vor der aggressiven Mittagssonne und hält Sie am Abend sogar länger fit!»

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