Check-up: Atemwegsinfektionen So besiegen Sie Schnupfen und Co.!

Nun schlagen sie wieder zu: Atemwegsinfektionen wie Erkältung, Lungen- und Mittelohrentzündungen. Eine vorbeugende Immuntherapie schafft bei schweren Fällen Abhilfe.
Bester Schutz vor Erkältungen: immer Hände waschen und den Kontakt mit erkrankten Personen meiden.
© Prisma Bester Schutz vor Erkältungen: immer Hände waschen und den Kontakt mit erkrankten Personen meiden.

Die kalte Jahreszeit ist die Hochsaison für Atemwegsinfektionen. Für Betroffene bedeuten die oft wiederkehrenden Erkrankungen nicht nur eine Einbusse an Lebensqualität, sondern auch ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe, Hospitalisationen oder sogar tödlichen Ausgang, umso mehr, wenn es sich um Personen mit bereits vorgeschädigten Atemwegen wie Patienten mit der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit COPD, ältere Menschen oder Kinder handelt. Kommt dazu, dass die meist notwendigen Antibiotika auf Dauer die Patienten schwächen oder aufgrund der weltweit zunehmenden Resistenzen nur noch begrenzt wirksam sind.

Bei Kindern sind Atemwegsinfektionen eines der grössten Gesundheitsprobleme überhaupt. In der Schweiz leidet über die Hälfte der kleinen Patienten, welche in die Notfallstation eines Kinderspitals oder in eine Kinderarztpraxis gebracht werden müssen, an einer akuten Infektionskrankheit, wobei diejenige der oberen und unteren Atemwege mit Abstand am häufigsten sind. Erwachsene und Jugendliche erkranken durchschnittlich zwei- bis fünfmal im Jahr. Kleinkinder und Kinder fünf- bis zehnmal.

Was kann man tun, um sich selber und vor allem das eigene Kind vor den am meisten belastenden Atemwegserkrankungen zu schützen? Wichtig sind einmal Hygiene wie Händewaschen und die Reduktion von Kontakten mit erkrankten oder infizierten Personen. Im Säuglingsalter bietet die Ernährung mit Muttermilch einen effizienten Schutz. Dazu kommt wenn immer möglich die Vermeidung von Schadstoffen wie Passivrauchen und Feinstaub. Weitere entscheidende Massnahmen sind die Grippe- und Pneumokokkenimpfung sowie die sogenannte unspezifische Immunstimulation. Man stützt sich dabei auf die Tatsache, dass oral zugeführte Antigene der häufigsten Infektionserreger von speziellen Darmzellen aufgenommen werden und im lymphatischen Gewebe, besonders in den Lymphknoten, die Immunabwehr stimulieren. Dadurch kommt es zur Bildung von Abwehrstoffen und Abwehrzellen, die in die Schleimhäute der Atemwege gelangen, wo sie die Infektionserreger kaltstellen.

Verschiedene Studien bei Kindern und Erwachsenen konnten zeigen, dass sich die vorbeugende Behandlung mit der oralen unspezifischen Immuntherapie in den drei Monaten unmittelbar vor der Erkältungszeit die Anzahl wie auch Schwere und Dauer der Atemwegsinfektionen im Vergleich zum Vorjahr reduziert. Eine im Mai in Nizza vorgestellte Schweizer Studie bei 400 Kindern aus acht europäischen Ländern mit dem Immuntherapeutikum Broncho-Vaxom konnte dies eindrücklich bestätigen. Angebracht ist diese Behandlung, wenn Atemwegsinfektionen zu einer grossen Belastung werden, was die Anzahl, aber auch die Schwere anbelangt, aus Sicht der Betroffenen und der Angehörigen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene profitieren gleichermassen von der Behandlung, die kaum je Nebenwirkungen hat und sehr kosteneffizient ist. Bei Rauchern und Ex-Rauchern sowie COPD-Patienten und älteren Menschen lassen sich die Zahl der Atemwegsinfektionen und Spitaleinweisungen sowie der Antibiotikakonsum reduzieren.

Check

  • Wann müssen Sie zum Arzt?
  • Komplikationen von Atemwegsinfektionen bei Kindern sind Lungenentzündung, Asthma-Anfall und Mittelohrentzündung.
  • Die wichtigsten Symptome sind:
  • für Lungenentzündung: hohes Fieber, rasche Atmung und Husten
  • für Asthma-Anfall: Atemnot mit Giemen und Pfeifen, besonders beim erschwerten Ausatmen
  • für Mittelohrentzündung: Fieber, Ohrenweh und allgemeines Kranksein

Was tun, wenn ein Kind eine Atemwegsinfektion hat?
Im Vordergrund steht die symptomatische Behandlung, das heisst genügend Flüssigkeit, bei Bedarf Fieberbekämpfung sowie Verzicht auf körperliche Anstrengung und eine vernünftige Isolation, um Ansteckungen zu reduzieren. Das heisst Verzicht auf Kinderkrippe, Kindergarten oder Schule. Wenn hohes Fieber, schlechter Allgemeinzustand, erschwerte und besonders auch beschleunigte Atmung, beim Ein- und oder Ausatmen deutlich hörbare Atemgeräusche, Atemnot sowie Blauverfärbung oder sogar Bewusstseinsveränderungen auftreten, muss das Kind sofort zum Kinderarzt oder ins Kinderspital.

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