Dengue-Fieber Tropenkrankheit in der Schweiz

Verdoppelung! In der Schweiz steigt die Zahl der Menschen, die an Dengue-Fieber erkranken. Das BAG hat seit Anfang Jahr doppelt so viele Fälle registriert wie in den Vorjahren. Und: Es werden noch mehr.
Die Aedes-Mücke überträgt das Virus für Dengue-Fieber.
Die Aedes-Mücke überträgt das Virus für Dengue-Fieber.

Sie gilt als eine der weltweit meistverbreiteten tropischen Virusinfektionen. Medikamente und Impfung gegen das Dengue-Fieber gibt es nicht. Und die Ansteckungen steigen rasant – auch in der Schweiz!

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat seit Anfang Jahr doppelt so viele Fälle registriert wie in den Vorjahren. Für Dr. Danielle Gyurech von der auf Tropenkrankheiten spezialisierten Travel Clinic in Zürich ist das keine Überraschung: «Die Aedes-Mücken sind vor allem dort anzutreffen, wo es feucht ist und viel Abfall hat, also in den Metropolen. Durch die Verstädterung in den Tropen steigt auch die Übertragungshäufigkeit.»

Das Dengue-Fieber ist eine akute fiebrige Erkrankung, einer Grippe ähnlich, die zum Glück meist wieder von selbst abheilt. Gelegentlich kann aber die Erholungszeit bis zu drei Monate in Anspruch nehmen. Selten und besonders bei Zweitinfektionen können lebensgefährliche Blutungen auftreten. «Eine gezielte und spezifische Therapie der Krankheit ist nicht erhältlich. Deshalb sollte man sich auch tagsüber in Städten und Dörfern sehr gut vor Mückenstichen schützen», sagt Dr. Gyurech. Zu empfehlen ist darum das Tragen von leichter und langer Kleidung, die mit Insektengift imprägniert werden kann. Weitere Massnahmen wären hochdosierte mückenabweisende Mittel, die auf die Haut gesprayt werden. «Reisende informieren sich häufig nur ungenügend und wissen dadurch viel zu wenig über mögliche medizinische Risiken in den Tropen Bescheid. Die epidemiologische Situation ändert sich zudem auch sehr stark in Abhängigkeit vom Wetter. So ist in der Regenzeit und Nachregenzeit das Dengue-Fieber-Risiko um ein Vielfaches höher, es ist also je nach Region manchmal tausendmal grösser als in der Trockenzeit.»

Durch die boomende globale Reisetätigkeit können Krankheiten über weite Strecken transportiert werden. Wenn es bei uns oder generell in Europa weiterhin feuchter und wärmer wird, kann es auch bei uns zu lokalen Übertragungen kommen. Darum ist frühzeitige Information oberstes Gebot.

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