Kontrazeptiva Neue Formel zur Verhütung

Weil Cern-Forscherin Elina Berglund genug von der Pille hatte, entwickelte sie zusammen mit ihrem Mann einen neuen Algorithmus zur Verhütung mit der Temperaturmethode. Er soll 99.9 Prozent sicher sein.
Cern-Physiker DR. Raoul Scherwitzl und Dr.Elina Berglund
© HO

Die Beiden Cern-Physiker Dr. Raoul Scherwitzl und Dr. Elina Berglund sind verheiratet und entwickeln eine Anti-Baby-Algorithmus.

An roten Tagen müssen Paare die Finger voneinander lassen oder Kondome benutzen. An grünen Tagen hat man freie Bahn – dann soll die Verhütung 99.9 Prozent sicher sein. Möglich macht das ein ausgeklügelter Algorithmus, der von zwei Cern-Forschern entwickelt wurde. Dr. Raoul Scherwitzl und Dr. Elina Berglund sind verheiratet und suchten lange nach einer geeigneten Verhütungsmethode ohne Hormone oder Kondome. «Wir probierten es zuerst mit einem herkömmlichen Temperaturmessgerät», sagt Physiker Raoul Scherwitzl. «Aber das Gerät war teuer, und es brauchte mehr als einen Doktortitel, um die Bedienungsanleitung zu verstehen.»

Hinzu kam, dass der Algorithmus, der anhand von Temperaturmessungen die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage der Frau berechnet, für die Forscher zu simpel war. «Das Gerät erkannte die irregulären Zyklen meiner Frau nicht.» Deshalb suchte das Forscher-Ehepaar selber nach einem geeigneten Algorithmus. «Im Prinzip braucht es dann nur noch einen herkömmlichen Basalthermometer», erklärt Dr. Raoul Scherwitzl. Auf der Website www.naturalcycles.com bieten sie den Dienst für fünf Franken monatlich an.

Wenn Frauen mit der Temperaturmethode verhüten, sollten sie jeden Morgen zur gleichen Zeit die Körpertemperatur messen. Denn mit dem Eisprung erhöht sie sich um 0.2 bis 0.45 Grad. Während diesen Tagen kann man schwanger werden. Bei Natural-Cycles gibt man diesen Wert auf der Website ein und sieht je nach Abonnement, ob man fruchtbar ist oder nicht.

«Unser Algorithmus bezieht auch die LH-Hormone mit ein», erklärt Dr. Raoul Scherwitzl. Sie zeigen an, wann der Eisprung passieren wird. Das heisst: Wer möchte, kann zusätzlich an drei Tagen pro Zyklus testen, ob diese Hormone auftauchen. Damit soll die Berechnung noch genauer werden, und man erhält mehr grüne Tage. Gynäkologe Dr. Reto Stoffel ist hingegen kritisch: «Ich rate generell von der Temperaturmethode ab, wenn man eine sichere Verhütung gewährleistet haben möchte.»
Trotzdem, das Forscher-Ehepaar setzt voll auf die NaturalCycles-Methode. Auch bei der Kinderplanung. Im Frühling erwarten sie ihre erste Tochter – dank mathematischer Präzision.

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