Koloskopie Zur Vorsorge ab zum Screening!

Koloskopie Seit Anfang Juli werden Darmkrebs-Früherkennungsuntersuchungen von der Krankenkasse übernommen. Ein sinnvoller Entscheid. Nun muss der Untersuch nur auch noch genutzt werden.
Zur Vorsorge ab zum Screening!
Zur Vorsorge ab zum Screening!

Darmkrebs ist bei Männern der dritthäufigste, bei Frauen sogar der zweithäufigste Krebs. Rund 4000 Schweizer erkranken jährlich daran, etwa die Hälfte davon stirbt an den Folgen des Krebses. Das Heimtückische: Wenn die Patienten die ersten Symptome wie zum Beispiel Blut im Stuhl bemerken, ist die Erkrankung meist so weit fortgeschritten, dass die Überlebenschancen rapide sinken. Wird Darmkrebs hingegen früh erkannt, sind die Heilungschancen sehr gut. Wichtigste Präventionsmassnahme ist darum ein regelmässiges Screening mit einem Stuhltest (alle zwei Jahre) oder einer Dickdarmspiegelung, der sogenannten Koloskopie (alle zehn Jahre).

Seit dem ersten Juli sind diese Untersuchungen im Grundleistungskatalog der obligatorischen Krankenpflege-Versicherung aufgenommen. Das Eidgenössische Departement des Innern hat dem Leistungsantrag, der von der Krebsliga Schweiz 2011 eingereicht wurde, zugestimmt. Neu zahlt die Krankenkasse nicht mehr nur die Screening-Kosten für eine eng definierte Risikogruppe, sondern für die gesamte Bevölkerung im Alter zwischen 50 und 69 Jahren. «Damit ist ein wichtiges Etappenziel erreicht», sagt Dr. med. Philipp Bertschinger, Präsident Schweizerische Gesellschaft für Gastroenterologie. «Nun geht es darum, die Bevölkerung zu sensibilisieren, damit die Vorsorge genutzt wird.»

Bertschinger fordert ein systematisches Screening, um die gesamte Bevölkerung ab 50 präventiv auf Darmkrebs zu untersuchen. «Ein Screening ist wirksam und verhindert später teure Krebsbehandlungen und Todesfälle.» Der Kanton Uri ist diesbezüglich Vorreiter: Er hat ein kantonales Kolonkarzinom-Screening-Programm ins Leben gerufen, bei dem allen Personen ab dem 50. Lebensjahr ein Untersuch angeboten wird. Es ist jedoch davon auszugehen, dass es bis zur Einführung eines systematischen Bevölkerungs-Screenings in der ganzen Schweiz noch einige Jahre dauern dürfte.

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