Schon gefahren: Opel Cascada Gross in Mode

Grosse Cabrios waren einst die Aushängeschilder bei Opel. In den vergangenen Jahrzehnten geriet dies in Vergessenheit. Nun bringen die Rüsselsheimer wieder ein attraktives Cabrio für vier.
Neue Grösse. Mit 4,70 Meter Länge ist der vierplätzige Opel Cascada fast 30 Zentimeter länger als ein Astra und damit der Kompaktklasse klar entwachsen.
Neue Grösse. Mit 4,70 Meter Länge ist der vierplätzige Opel Cascada fast 30 Zentimeter länger als ein Astra und damit der Kompaktklasse klar entwachsen.

Opel präsentierte 1937 das Cabriolet Kapitän, einen stattlichen Wagen mit Faltverdeck. Ein grosses Cabrio für erhabenes Gleiten, das dennoch zu einem vernünftigen Preis angeboten wurde. Für lange Zeit war der Kapitän das letzte Opel-Cabrio. Zwar wurde der Olympia später noch als Cabriolet-Limousine gebaut, war mit seinem Faltdach und den fixen Fensterrahmen jedoch kein vollwertiges Cabrio. 1956 wurde die Produktion eingestellt – fortan herrschte Windstille. Bis in die 1980er-Jahre boten einige Karosseriebauer Cabrios auf Opel-Basis in kleiner Stückzahl an – Opel selber stieg erst 1987 wieder ins Cabrio-Geschäft ein. Dazu wurde der kompakte Kadett vom Dach befreit. Stoffverdeck und ein damals üblicher dicker Überrollbügel sorgten für Frischluft. Seither waren Opel-Cabrios in der Kompaktklasse angesiedelt. Wie zuletzt von 2004 bis 2010 der Astra TwinTop mit klappbarem Stahldach. Diesen Sommer kehrt Opel auf den Cabrio-Markt zurück und besinnt sich dabei auf alte Tugenden. Der neue Cascada ist ein elegantes vierplätziges Cabrio, das nicht nur wegen seiner Länge von 4,70 Metern der Kompaktklasse entwachsen ist. Er wurde für entspanntes Frischluft-Gleiten konstruiert, und tatsächlich wirkt der offene Cascada auf der Strasse sehr souverän und solid. Der Luftzug im Cockpit hält sich in Grenzen, das Fahrwerk bügelt Unebenheiten unauffällig glatt. Auch der neue 1,6-Liter-Turbo-Vierzylinder passt gut zum Fahrzeug-Charakter. Bei entspannter Fahrweise gefällt er mit viel Durchzug und einem angenehm dezenten Klang. Wird er zu sportlicher Gangart gezwungen, bietet er mit 170 PS zwar genügend Power, wirkt aber im oberen Drehzahlbereich etwas angestrengt. Das lässt sich jedoch verschmerzen, weil gemütliches Dahingleiten im Cascada ohnehin mehr Spass macht und sich dieser Spass mit Preisen ab CHF 35 600.– auch noch bezahlen lässt.

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