Schweizer Illustrierte Hinter den Kulissen

Das Tagebuch von Chefredaktor Nik Niethammer.
Hinter den Kulissen
Hinter den Kulissen

Baby-Wahl Am vergangenen Dienstag spielten sich in unserem Konferenzraum rührende Szenen ab: Erwachsene beugten sich über Hunderte Baby-Fotos, stiessen unaufhörlich
Worte der Verzückung aus: «Jöööö, wie süss!» «Soooo herzig!» «Diese Augen!» «Zum Niederknien!»

Sie vermuten richtig: Unsere Baby-Jury tagte. Mitte April hatten wir Sie, liebe Leserin, lieber Leser, dazu aufgerufen, uns ein Foto ihres Sprösslings zu schicken. Für die Aktion «Die Schweizer Illustrierte sucht das süsseste Baby 2010». Das Echo war riesengross: mehr als 2500 Einsendungen! Knuddelige Babys mit blonden Locken oder solche ohne Haare, mit Speckärmchen und Knubbelfüsschen, Säuglinge, die lachen, weinen, in lustige Hasenkostüme gesteckt wurden, auf Lammfell posieren oder nackig in die Kamera staunen.

Wir sind überwältigt!

Besonders gerührt haben uns Briefe von stolzen Eltern, die uns gleich ihr ganzes Familienalbum zuschickten, weil sie sich nicht für ein einziges Foto ihres Lieblings entscheiden konnten. Nun also trat die SI-Jury zusammen, verstärkt durch zwei Fachfrauen in Babyfragen: Wetterfee Sandra Boner (im vierten Monat schwanger) kam mit Sohn Nelson (am 4. August 1 Jahr) und Stéphanie Berger (Miss Schweiz 1995) mit Sohn Giulien (6 Monate).

Glauben Sie mir: Die Wahl der 15 süssesten Babys fiel uns schwer. Weil wir den Begriff «süss» bewusst weit fassen: Auch Säuglinge, die von der Natur eher etwas unvorteilhaft ausgestattet wurden, konnten bei der Jury punkten. Mit einem zahnlosen Lächeln. Einem Grübchen. Einem schelmischen Blick.

Die Wahl ist getroffen, die glücklichen Gewinner sind bereits telefonisch informiert. Die 15 Wonneproppen werden in den nächsten Wochen von uns professionell fotografiert. Sie sehen sie in einer der nächsten Ausgaben der Schweizer Illustrierten. Alle anderen Eltern werden per Brief benachrichtigt.

Andreas Thiel Als SI-Reporter Thomas Kutschera kürzlich in Island den Kabarettisten Andreas Thiel besuchte, versenkte er beinahe dessen Geländewagen. Und das kam so: Kutschera bat Thiel, der seit Mai 2009 mit Freundin Bettina in der isländischen Hauptstadt lebt, für ein spektakuläres Bild an den Strand der Atlantikküste.

Der Berner tut also wie ihm geheissen und setzt seinen Land Rover Defender in den Sand. Etwas zu tief, wie sich gleich herausstellt. Die bullige Karre macht trotz Allradantrieb keinen Wank. Dummerweise steigt jetzt das Meer – die Flut!

Schnelles Handeln ist gefragt. Kutschera und Fotograf Remo Nägeli packen mit blossen Händen an, legen Steinbrocken und Holzplanken unter die Räder. Vergeblich. Das Auto sinkt. Das Meer steigt. Es erreicht bereits die Wagentüren.

Endlich naht Hilfe, drei Einheimische ziehen mit ihrem Geländewagen den Schweizer aus dem Sand. In allerletzter Minute. Glück gehabt!

Wie Andreas Thiel im Land der Vulkane und Wal-Steaks lebt – ab Seite 46.

Ich wünsche Ihnen erholsame Ferientage mit Ihren Liebsten – und falls Sie arbeiten müssen: Nehmen Sie es nicht zu hektisch!

Auch interessant