Verlosung «Ich bin tatsächlich ausgebildete Kindergärtnerin»

«Basteln mit Nella Martinetti» - so heisst der neuste Streich der Entertainerin. Der Schweizer Illustrierten verrät sie, weshalb sie unter die Autoren ging und wie es um ihre Gesundheit steht.
Tatendrang trotz tödlicher Krankheit: Entertainerin Nella Martinetti, 64, bastelt mit ihren Nachbarskindern Samira, 5, und Elio, 7, einen Samichlaus aus einer Chianti-Flasche. Die Anleitung dazu gibts im Buch «Basteln mit Nella Martinetti» (ab sofort erhältlich).
© Herve Le Cunff Tatendrang trotz tödlicher Krankheit: Entertainerin Nella Martinetti, 64, bastelt mit ihren Nachbarskindern Samira, 5, und Elio, 7, einen Samichlaus aus einer Chianti-Flasche. Die Anleitung dazu gibts im Buch «Basteln mit Nella Martinetti» (ab sofort erhältlich).

Schweizer Illustrierte: Frau Martinetti, Sie basteln mit Ihren Nachbarskindern. Sehnen Sie sich nach alten Zeiten?
Nella Martinetti: (Lacht.) Ich bin tatsächlich ausgebildete Kindergärtnerin und arbeitete in diesem Beruf in meinem Heimatdorf Brissago, bevor es mich auf die Bühne zog. Manchmal habe ich Sehnsucht nach dieser Zeit, ja. Meine schönsten Bastel-Ideen für Kinder und Erwachsene habe ich jetzt in einem Buch zusammengestellt. Als ich mit der Realisation anfing, merkte ich, dass das Basteln so etwas wie eine therapeutische Wirkung auf mich hat. Die Konzentration darauf lässt mich für Momente meine Krankheit vergessen.

Vor einem Jahr wurde bei Ihnen Bauchspeicheldrüsen-Krebs diagnostiziert. Die Ärzte gaben Ihnen damals noch acht Monate zu leben …
Und ich bin immer noch da! Die Ärzte sagen heute, ich sei ein medizinisches Wunder. Ich bin ein Cavallo – ein Ross.

Wie geht es Ihnen gesundheitlich?
Der Krebs ist momentan stabil und breitet sich nicht weiter aus. Aber das kann sich jederzeit ändern.

Müssen Sie sich weiterhin der Chemotherapie unterziehen?
Ja, einmal pro Woche. Mittlerweile gehe ich da ganz gern hin. Ich kann mich entspannen und bekomme ein feines Sandwich zum Essen.

Kämpfen Sie mit Nebenwirkungen?
Leider ja. Momentan habe ich einen Virus an der Zunge, offenbar eine Nebenwirkung der letzten Chemo. Meine Haare fallen zwar nicht aus, sie sind aber sehr fein geworden.

Haben Sie Schmerzen?
Jeden Tag. Die meisten kommen allerdings nicht vom Krebs, sondern von der Fibromyalgie, dem Weichteil-Rheuma, unter dem ich seit Jahren leide. Ich schlucke täglich um die dreissig verschiedene Tabletten.

Da müssen Sie sich oft müde und ausgelaugt fühlen.
Seltsamerweise habe ich im Moment sehr viel Energie. Zwar ist jeder Tag anders, und grössere Reisen oder Ausflüge traue ich mir nicht zu – ich weiss ja nie, ob ich plötzlich zusammenbreche. Aber vom Krebs spüre ich momentan wenig.

Als Sie Ihre Krankheit publik machten, gab es Leute, die Sie für eine Simulantin hielten. Verletzt Sie das?
Ja, aber ich verstehe es auch. Man sieht mir den Krebs nicht an. Im Gegenteil, durch die zwanzig Kilo Gewichtsverlust sehe ich jetzt sogar richtig gut aus.

Wie hat sich Ihr Leben seit der Diagnose verändert?
Mit der eigenen Sterblichkeit so deutlich vor Augen, geniesse ich umso mehr, was ich noch geniessen kann. Das ist positiv.

Wie lange geben Ihnen die Ärzte heute noch zu leben?
Sie sagen, ich könne durchaus noch ein paar Weihnachtsfeste feiern.

 

Auch interessant