La Lupa im Theater Stok Anleitung zur Verführung

Im Zweijahresrhythmus bringt La Lupa ihre Stücke auf die Bühne. Ars Amandi nach Ovid ist lustig, aber niemals deftig.
La Lupa
© Siggi Bucher

Farbenrausch. La Lupa, kein Kind der Traurigkeit, umgibt sich gern mit Farben. Auch in ihrem Heim in Zürich.

 

 

Sie kann es kaum erwarten, auf der Bühne vor ihrem Publikum zu stehen und ihr neues Stück «ars amandi – Die Kunst des Liebens» vorzutragen. «Ich habe so viel Spass an dieser Produktion gehabt», sagt La Lupa, 68, und lacht lautstark auf ihre gewinnende Art. Dabei war die Arbeit nicht immer ein Honigschlecken. Ovids Werk, eine amüsante Anleitung zur Verführung – vor über 2000 Jahren geschrieben und immer noch aktuell –, musste die Tessinerin aus dem Italienischen in eine rhythmische, deutsche Umgangssprache übersetzen und auf einen Viertel kürzen. Der 75 Minuten lange Monolog, übrigens der vierte in ihrem Repertoire, ist gespickt mit kurzen italienischen Songtexten und acht neapolitanischen Liedern, wie «Malafemmina» oder «Accarezzame» und ist musikalisch durchkomponiert. Dafür sorgte der Liechtensteiner Flötist und Komponist Hieronymus Schädler, während die Regie Erica Hänssler übernahm. La Lupa, bürgerlich Maryli Maura Herz-Marconi, präsentiert alle zwei Jahre ein neues Programm. «ars amandi» (Bild unten) ist bereits das 25. Stück der Sängerin und Schauspielerin mit der unverkennbaren roten Mähne, den farbenfrohen, auffälligen Roben und den extravaganten Kopfbedeckungen der Hutmacherin Sonja Rieser. «Der Text ist so verführerisch, lustig, ironisch, bösartig», schwärmt La Lupa und fügt verschmitzt hinzu: «Es werden Tipps für junge und unerfahrene Möchtegern-Lovers erteilt, aber auch die Vorteile einer älteren Geliebten gepriesen.»

Ihr neues Programm wollte La Lupa eigentlich dem Thema «Schönheit» widmen. Auf der Suche nach geeigneten Texten – die Tessinerin durchforstet für ihre Stücke leidenschaftlich gern Bibliotheken sowie ihre eigenen Bücherregale – stiess sie auf Ovid. Ihr Umfeld riet ihr von einer Übersetzung ab. La Lupa ging wie immer ihren Weg – und beschäftigte sich den ganzen Frühling 2013 mit dem römischen Dichter. Was kommt als Nächstes? Die Antwort der Performerin ist ein sibyllinisches Lächeln. 

Theater Stok Zürich. Uraufführung 11. 3., weiter bis 4. 4., Tickets www.la-lupa.ch

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