Anton Bruhin Der Maler mit der Maultrommel

Anton Bruhin ist ein vielseitiger Künstler. Zum ersten Mal wird dem Innerschweizer im Raum Luzern eine Werkschau gewidmet.
Anton Bruhin
© Willy Spiller

Anton Bruhin in der Stiftung Akku in Emmen vor «Typogramme» und mit «Suprematistischer Mickey», 2010.

Anton Bruhin ist Maler, Musiker und Dichter. Als junger Mann wurde ihm die «Alles ein bisschen, aber nichts gründlich»-Haltung vorgeworfen. Vier Jahrzehnte später darf er gelassen auf seinen Weg zurückschauen. Als Musiker hat sich Anton Bruhin, 64, international einen Namen als Trümpi (Maultrommel-)Spieler gemacht. Er tritt seit zehn Jahren mit dem Max Lässer Überlandorchester auf. Als Dichter kann er eine ganze Reihe virtuoser Palindrome aus den Jahren 1991 bis 2002 aufweisen. Und als Maler schliesslich greift er genauso gerne zum Pinsel und Bleistift wie in die Computertasten. Anton Bruhin, der Renaissance-Mensch: «Ich bin exzessiv, sowohl im Tun wie auch im Nichtstun.» 2006 war ein sehr produktives Jahr. In sechs Wochen entstanden 52 Zeichnungen und 20 Ölbilder. Alle in Ungarn, der Heimat seiner Freundin. «Nachdem ich mehrmals kreuz und quer durch das Land gefahren war, musste ich diese arkadische Landschaft unweit des Plattensees malen. Und diesen Wahnsinnshimmel!» Und in der Tat rutscht der Horizont von Bild zu Bild immer tiefer. Nur die Strohballen bleiben, als roter Faden durch die Bilderserie.

Anton Bruhin malt gern vor Ort, nicht nach Vorlage. Er muss die Temperatur fühlen, das Vibrieren der Luft spüren, die Dreidimensionalität vor Augen haben. Viele seiner Zürcher Stadtbilder (auch die Winterbilder) sind auf dem Balkon seiner ehemaligen Wohnung entstanden. «Ich gehe nicht unbedingt auf Sujetsuche. Es ist meistens schon da.»

Neben der Leinwand gehört der Computer zu den wichtigsten Werkzeugen des Schwyzers. Die Pixelarbeit «Hice for Weiss» aus mehr als 900 digitalen Bildkompositionen ist eine Hommage zu Lebzeiten an seinen inzwischen verstorbenen Künstlerfreund David Weiss. Die Grafikserie «Typogramme» entstand in Anlehnung an die kryptische Gestalt der Schriftzeichen auf der Schreibmaschine seines Vaters. Warum in die Ferne schweifen, wenn die Ideen so nahe liegen. 

Stiftung Akku Emmen
Bis 19. 1. 2014 Mi–Sa 14–17, So 10–17 Uhr, geschl. zwischen Weihnachten und Neujahr,
Tel. 041 260 34 34
www.akku-emmen.ch

Auch interessant