Robert Mapplethorpe Auf der Suche nach der vollendeten Form

Der Amerikaner Robert Mapplethorpe starb 1989. Er war erst 42 Jahre alt und Opfer der ersten grossen HIV-Welle, die über die New Yorker Kunstszene hinwegfegte. Sein Œuvre bleibt einmalig, es fasziniert auch zwanzig Jahre nach seinem Tod.

Während seines Kunststudiums am Pratt Institute in New York kommt Mapplethorpe mit der 68er-Bewegung in Kontakt. In dieser Zeit verliebt er sich in die damals noch unbekannte Musikerin und Poetin Patti Smith. Sie wird später zur Ikone der Rockszene, er zum gefeierten Fotografen: «Ich fing an zu verstehen, dass Fotografie Kunst sein könnte.» Vor seiner Linse posierten zahlreiche prominente Persönlichkeiten, darunter Andy Warhol, Richard Gere oder Grace Jones. Und Patti Smith, mit der er bis zu seinem Tod befreundet bleibt. Mapplethorpe fotografiert aber auch Stillleben mit derselben Intensität wie männliche Körper. Seine homoerotischen Motive provozieren. Ein Museumsdirektor wurde wegen des Ausstellens einiger «pornografischer» Fotos sogar gerichtlich verurteilt.

In Lugano werden Fotografien von Mapplethorpe nun Werken aus der Renaissance gegenübergestellt. Hier wie dort ging es den Künstlern nur um eins: um die Perfektion der Form.
 

Museo d'arte, Lugano
Bis 13. Juni, Di bis So 10 bis 18 Uhr

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