Kino: The young Victoria (UK/USA) Aufbruch ins viktorianische Zeitalter

Plötzlich war sie Königin: Wie Queen Victoria in ihren ersten Jahren amtete und ihren Cousin Albert heiratete.
Blutjung: Queen Victoria (Emily Blunt, M.) lässt ihre Entourage oft ins Leere laufen.
© Ascot Elite Entertainment Group Blutjung: Queen Victoria (Emily Blunt, M.) lässt ihre Entourage oft ins Leere laufen.

Die Krönung in der Westminster Abbey war gigantisch und dauerte fünf Stunden. Mit 19 Jahren wurde Victoria schon Herrscherin des Vereinigten Königreichs von Grossbritannien und Irland. Damals, im Jahre 1838, zog die Demokratisierung eilends in Grossbritannien ein, und bis zur konstitutionellen Monarchie wars nicht mehr weit. Bester Stoff für einen spannenden Kinofilm.

«The Young Victoria» konzentriert sich vor allem auf die Suche Victorias nach einem Ehemann, was eher romantisch tönt, aber sehr viel mit Politik zu tun hat: Es buhlen nämlich Premierminister Lord Melbourne (Paul Bettany) und Albert (Rupert Friend), Sohn des Herzogs Ernst von Sachsen-Coburg, um die Gunst der frisch gekrönten Monarchin (Emily Blunt). Das Rennen macht schliesslich Albert, der seine Angebetete mit etlichen Besuchen auf Schloss Windsor und langen Briefen um den Finger wickeln kann. Melbourne, der Mentor der politisch unerfahrenen Victoria, bleibt ihr dennoch freundschaftlich verbunden.

Der Film unterscheidet sich von pompös inszenierten Kostümfilmen wie zum Beispiel «Elizabeth». Regisseur Jean-Marc Vallée («C.R.A.Z.Y») setzte in «The Young Victoria» vielmehr auf die feineren Zwischentöne der Aufbruchstimmung im Vereinten Königreich. Dies gelang ihm ausgezeichnet, denn dadurch kommen die Schauspieler erst recht zur Geltung. Auch die Besetzung kann sich sehen lassen.

Neben Emily Blunt («The Wolfman») als Queen macht vor allem Paul Bettany («Iron Man») einen eindrücklichen Job. Der Brite spielt die anspruchsvolle Rolle des hin- und hergerissenen Lord Melbourne mit genau jener noblen Zurückhaltung, die man von einem Aristokraten erwartet. Der völlig gewaltfreie Streifen zeigt, wie unterhaltsam Politik und Liebe auch in steifen Kostümen sein kann.

Deshalb ist der Film zu empfehlen:

  • Die Figuren sind selbst in den Nebenrollen mit starken Schauspielern besetzt.
  • Die Geschichte hat neben ihrer Ernsthaftigkeit durchaus Humor.
  • Die Inszenierung ist elegant und wirkt sehr authentisch.

Bewertung: * * * * *
Länge: 105 Min.
Regie: Marc Vallée
Darsteller: E. Blunt, P. Bettany, R. Friend.
Start: 17. 6.

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