«Balades avec le minotaure» Die Faszination des Minotaurus

Von Dürrenmatt über Goya bis zu Klee: Das Centre Dürrenmatt in Neuenburg zeigt die Schau «Balades avec le Minotaure».
«Dürrenmatt», 1962/63, von Varlin.
© HO

«Dürrenmatt», 1962/63, von Varlin.

Welche Hinterlist! So ausweglos das Labyrinth auch scheint für den, der sich drin verlaufen hat, es gibt einen Weg hinaus. Das weiss auch der Minotaurus, das sagenhafte Mischwesen aus Stier und Mensch, das von König Minos in einem Labyrinth gefangen gehalten wird. Doch so verzweifelt das kraftstrotzende Tier auch nach einem Ausweg sucht, es gibt kein Entrinnen.

Unzählige Kunstschaffende hat die Legende aus der griechischen Mythologie schon inspiriert. So auch Friedrich Dürrenmatt (1921–1990). Der grosse Berner Schriftsteller schuf mit seinem Prosagedicht «Minotaurus. Eine Ballade» ein zentrales Werk, wo er auch sein Talent als bildender Künstler ausleben konnte. Text und Illustrationen sind eng miteinander verknüpft. Ausgehend von dieser Arbeit, ist nun die aktuelle Schau im Centre Dürrenmatt in Neuenburg zusammengestellt unter dem Titel «Balades avec le Minotaure». Mit dem handgeschriebenen Manuskript auf der einen, den Tuschzeichnungen auf der anderen Seite gebührt Friedrich Dürrenmatt der Auftakt der Schau. Was folgt, ist ein Panoptikum an Kunst, Philosophie und Literatur. Über 150 Werke aus privaten Sammlungen, Stiftungen und Museen haben die Kuratoren Juri Steiner und Stefan Zweifel zusammengetragen. Dicht an dicht hängen Goyas Stierkampfszenen, Giovanni Battista Piranesis berühmte «Kerker»-Darstellungen, Max von Moos’ surrealistische Allegorien der Angst, Pablo Picassos und Paul Klees gegensätzliche Minotaurus-Variationen. Dazwischen immer wieder Bilder, Skizzen und Collagen von Dürrenmatt, teilweise auch solche, die erstmals öffentlich gezeigt werden.

Centre Dürrenmatt Neuenburg
Bis 9. 3., Mi–So 11–17 Uhr, Tel. 032 720 20 60
Publikation CHF 32.–
www.cdn.ch

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