«Le fils de l'autre» (F) Bei der Geburt vertauscht

Als Joseph (Jules Sitruk) sich bei der israelischen Armee meldet, erfährt er, dass er nicht der biologische Sohn seiner Eltern ist.
Tief berührend. Der Augenblick, als beiden Familien eröffnet wird, dass ihre Söhne bei der Geburt vertauscht wurden. Der Schock liegt auch bei den Jungen tief.
© Inge Jurt, HO Tief berührend. Der Augenblick, als beiden Familien eröffnet wird, dass ihre Söhne bei der Geburt vertauscht wurden. Der Schock liegt auch bei den Jungen tief.

Seine Mutter Orith (Emmanuelle Devos) erinnert sich, dass bei der Geburt von Joseph ein Angriff auf das Spital stattgefunden hat und wohl da die Kinder vertauscht worden sind. Bald findet Orith die palästinensischen Eltern (Areen Omari, Khalifa Natour), die von den neuen Fakten ebenso schockiert sind: Yacine (Mehdi Dehbi) ist nicht ihr leiblicher Sohn und noch dazu Jude. Doch auch Joseph und Yacine habe ihre liebe Mühe mit der neuen Situation: Wohin gehört man nun? Ist man trotzdem noch Jude? Haben einen die «alten» Eltern immer noch gleich lieb?

Die Regisseurin Die Französin Lorraine Lévy ist Drehbuchautorin und Regisseurin für Film und Fernsehen («Un divorce de chien!», 2010). Auf die Frage: «Glauben Sie an die Macht des Kinos», antwortet sie: «Um die Welt zu verändern? Nein. Um zu teilen, vermitteln, austauschen: Ja.»

Die Schauspieler Regisseurin Lévy hat ein tolles Team aus französischen und palästinensischen Schauspielern zusammengestellt.

Der Satz Joseph fragt Yacine: «Wenn du hättest wählen können, wer möchtest du sein»? – «James Bond.»

Das Fazit Man kommt nicht darum herum, sich Fragen zur eigenen Identität zu stellen. Und: Wie, wenn es mir passiert wäre? Ein sensibler Film über Zugehörigkeit – zur Familie, zur Gesellschaft, zur Religion – mit toller Besetzung.


Bewertung ****
Länge 105 Min.
Regie Lorraine Lévy
Kinostart 18. 7.

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