5 Fragen an ein Buch Männer-Opfer

Die Verlorene
© Inge Jurt

Worum geht es?
Als die Handwerker-Tochter Frieda Keller im Thurgau Ende des 19. Jahrhunderts von ihrem Arbeitgeber geschwängert wird, verstösst ihre Familie sie. Die Schande verfolgt sie bis nach St. Gallen. In ihrer Verzweiflung und zunehmenden Not bringt sie ihren Sohn um. Im Prozess wird sie gleich nochmals zum Opfer von einer Gesellschaft, die Männern alle Rechte gegenüber Frauen einräumt.

Wer ist die Autorin?
Die 47-jährige Zürcherin Michèle Minelli fand über die Genres Dokumentarfilm und Sachbuch zur Belletristik. «Die Verlorene» ist ihr dritter Roman, und wie in den beiden vorangegangenen gehts vorab um die Rolle der Frau in der Gesellschaft.

Der bezeichnende Satz?
«Nach all den Tagen und Wochen und Monaten und Jahren des Mich-verstecken-Müssens, meines erfolgreichen Versteckens, sieht mich einer an, einer ist da, und der sieht zu mir hin!»

Für wen?
Ganz bestimmt nicht nur für Frauen, sondern für alle, die sich dafür interessieren, wie sich die Geschlechtsrollenbilder in unserer Gesellschaft verändert und zum Teil eben auch nicht verändert haben.

Nach der Lektüre?
Erschreckend: Es ist nicht lange her, seit Frauen auch bei uns Menschen zweiter Klasse waren. Gehts heute wirklich nur noch um Lohngleichheit?

Und hier können Sie das Buch bestellen. 

Auch interessant