Dani Levy im Theater Die Netten werden entsorgt

Der Basler Regisseur Dani Levy bringt mit seinem zweiten Theaterstück Schweizer Schönheit eine bissige Komödie auf die Bühne.
Dani Levy Regisseur Schweizer Schönheit

Am Regiepult: Der Basler Filmemacher Dani Levy, 57, während der Proben im Schauspielhaus Zürich.

 

Mit zerzaustem Haar und zweifelndem Blick sitzt Dani Levy am Regiepult im Zürcher Schauspielhaus. Es bleiben nur wenige Tage bis zur Premiere seines neuen Theaterstücks «Schweizer Schönheit», und noch sind nicht alle Szenen durchgeprobt. «Das macht mich etwas nervös», sagt der Basler Filmemacher mit charmantem Lächeln. Eigentlich verwunderlich bei seiner Erfahrung, stammen doch Kinoerfolge wie «Du mich auch», «RobbyKallePaul», «Alles auf Zucker» oder «Das Leben ist zu lang» aus seiner Feder. Doch Theater sei eine völlig andere Welt. «Beim Filmen habe ich eine gelungene Szene im Kasten, hier muss jede einzelne Vorstellung von Neuem klappen.»

Sein bisher einziges Theaterstück, «Freie Sicht aufs Mittelmeer» von 2003, ist eine Art Strassentheater, das von der Jugendrevolte in den 1980er-Jahren handelt. «Schweizer Schönheit» spielt auf einer klassischen Bühne, und die Jugendlichen von damals sind längst im Establishment angekommen: Just an seinem 50. Geburtstag bricht Balz Häfelis Welt zusammen. Der angepasste Jasager aus Wohlstadt hat genug – genug von seiner notorisch untreuen Frau, von den Demütigungen seines Vaters, vom belanglos dahinplätschernden Leben. Er verweigert sich und tut nur noch, worauf er Lust hat. Bezieht den Geräteschuppen im Garten, spielt mitten in der Nacht lautstark Gitarre und montiert schliesslich aus purer Freude an der Provokation ein Minarett am Schuppen. Die Gemeinde ist in Aufruhr. Es fallen Sätze wie: «Die Stadt ist zu klein für Querulanten wie Sie», «Die Netten werden entsorgt» oder «Du hast lange genug verrückt gespielt. Kannst Du dich nun wieder in die Gesellschaft eingliedern?». Als Balz schliesslich auf seinem Blog ein eigenes Königreich ausruft, in das alle aufgenommen werden, die den Schweizer Pass abgeben, eskaliert die Situation … Dani Levy, der seit über 30 Jahren in Berlin wohnt, bezeichnet sein Stück auch als fundamentalistische Komödie: «Der tiefste, schönste Humor entsteht für mich bei existenziellen Abgründen.»

Schauspielhaus, Zürich
Premiere «Schweizer Schönheit»: 20. 2., 20 Uhr.
Weitere Vorstellungen: 22./24. 2., 4./5./7./11./13./15./ 17./23./28./29. 3.; www.schauspielhaus.ch

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