«Albert Nobbs» (GB) Das Leben der anderen

Darum gehts Irland im 19. Jahrhundert. Albert Nobbs, seit siebzehn Jahren im Dubliner Hotel Morrison’s tätig, ist der perfekte Butler: demütig, immer zur Stelle und mit seiner zurückhaltenden Art beinahe unsichtbar.
Versteckspiel: Hinter der Fassade des Butlers Nobbs (Glenn Close) verbirgt sich eine Frau.
Versteckspiel: Hinter der Fassade des Butlers Nobbs (Glenn Close) verbirgt sich eine Frau.

Was niemand weiss: Seit Jahren hütet der kleine Mann ein ungeheuerliches Geheimnis – Albert ist eine Frau. Nach über dreissig Jahren, in denen Albert die Camouflage zur Perfektion gebracht hat, um der Armut zu entgehen, droht nun die Tarnung doch noch aufzufliegen. Der attraktive Maler Hubert Page soll das Hotel renovieren und wird ausgerechnet im Zimmer von Albert untergebracht.

Die Stars: Glenn Close vollbringt eine wahre Glanzleistung, die ihr eine Oscar-Nomination eingebracht hat. Die Schauspielerin verkörperte bereits in den 1980er-Jahren die Rolle des Albert auf der Bühne. Sie war es auch, die das Drehbuch nach der gleichnamigen Kurzgeschichte des irischen Autors George Moore schrieb. Ebenfalls überzeugend: Janet McTeer als Hubert Page.

Der Regisseur: Der kolumbianische Filmemacher García (TV-Serie «Six Feet Under») ist der Sohn des Star-Autors Gabriel García Márquez.

Der bleibende Dialog: Hubert Page zu Albert: «Wie ist dein richtiger Name?» – «Albert.» – «Nein, ich meine deinen Mädchennamen.» – «Albert

Das Fazit: Berührendes Drama mit viel Gespür für die Figuren. Einzig der Schluss ist misslungen. 

Bewertung: * * * * 
Länge: 117 Min.
Regie: Rodrigo García
Kinostart: 19. 4.

Auch interessant