Kilian Rüthemann Der Raumkünstler

Ein Rundgang durch «Attacca»: die eindrückliche Schau des diesjährigen Manor-Preisträgers Kilian Rüthemann im Museum für Gegenwartskunst Basel.
Ausgezeichnet Kilian Rüthemann inmitten seiner raumgreifenden Installationen, die  zurzeit in Basel zu sehen sind.
© Heiner H. Schmitt Jr. Ausgezeichnet Kilian Rüthemann inmitten seiner raumgreifenden Installationen, die zurzeit in Basel zu sehen sind.

Was ist zuerst – Kunst oder Raum? Für Kilian Rüthemann ist der Fall klar. Seine Werke entstehen erst, wenn feststeht, wo er sie ausstellen wird. So wars auch bei «Attacca», der aktuellen Schau des 31-Jährigen.

Als sich der Gewinner des Manor Kunstpreises 2010 einen Ausstellungssaal im Museum für Gegenwartskunst aussuchen durfte, entschied er sich für den in der obersten Etage. Mit schiefen Ecken, einer speziellen Deckenaufhängung und Raumteilung ist der Oberlichtsaal ziemlich unkonventionell. Genau das reizte den Künstler.

Nach einem Augenschein vor Ort überlegt sich Rüthemann, wie er ihn mittels seiner Installationen am besten zur Geltung bringen kann. «Meine Werke sollen die aussergewöhnliche Architektur verdeut­lichen.» Der Raum wird Teil seiner Kunst. Nicht umgekehrt.

Aus hart wird zart. Das Werk «Attacca» wirkt von Weitem wie ein ums Eck gelegter, weicher Teppich. Tatsächlich ist es aufgespritzter Beton. Sechs Eisenstangen ragen weit in den Raum hinein. Wer genau hinsieht, bemerkt, dass sie immer in Bewegung sind. Im Raum dahinter vier Sarkophage, nicht etwa aus Stein, sondern aus Schaumstoff «gehauen». Eine Reminiszenz an die simple Funktionalität des alten Handwerks.

Das Spiel mit Assoziationen beherrscht Kilian Rüthemann perfekt. Luftig, leicht wirkt die Schau, trotz gewichtigen Materia-lien wie Eisen, Gips und Beton. Sie lässt viel Raum, dezent nehmen die Werke ihren Platz ein. Fünf Wände hat Rüthemann mit Beton «angekreuzt». Wie dicke Seile besetzen sie den kleinsten Teil der grossen Flächen und erzeugen mit minimalem Aufwand maximale Wirkung. Nicht verpassen!

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Museum für Gegenwartskunst Basel
Bis 24. Mai, Di bis So 10 bis 18 Uhr

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