Im Kino: Chloe Die blonde Versuchung

Hollywood-Star Julianne Moore spielt eine ver­unsicherte Ehefrau und Mutter, die ihren Mann einem Treuetest unterzieht.
Erliegt David (Liam Neeson) den verhängnisvollen Verführungskünsten von Chloe (Amanda Seyfried)?
© Frenetic Films Erliegt David (Liam Neeson) den verhängnisvollen Verführungskünsten von Chloe (Amanda Seyfried)?

Erfolg haben sie beide: Die Gynäko­login Catherine (Julianne Moore) und ihr Mann David (Liam Neeson), ein im ganzen Land bekannter Uniprofessor.
Die Überraschungsparty, die sie zu seinem Geburtstag organisiert hat, soll rauschend werden. Die Gäste befinden sich bereits in Festlaune – doch David taucht nicht auf. Er habe den Flieger in New York verpasst und komme erst sehr spät, lässt er Catherine am Telefon ausrichten.
Katerstimmung am nächsten Morgen. Er entschuldigt sich, sie entdeckt auf seinem Handy eine Nachricht: «Danke für gestern Abend!» Hat David eine Affäre mit einer seiner Studentinnen? Gut, ihre Ehe verläuft nicht so steil wie ihre Karrieren, doch es scheint immer noch genug Liebe vorhanden zu sein. Trotzdem: Catherine unterzieht David einem Treuetest. Sie setzt die blutjunge Edelprostituierte Chloe (Amanda Seyfried) auf ihn an. Getarnt als Studentin soll diese herausfinden, wie weit David geht. Und plötzlich gerät Catherine in einem Strudel von Sex, Missgunst und Liebe.

Das Setting von Atom Egoyans Film «Chloe» hat das Zeug zum perfekten Erotik-Thriller: schmucke Lokale, ein attraktives Ehepaar, eine geheimnis­volle Verführerin und als übergeordneter Schauplatz ein verschneites Toronto, in dem niemand gegen einen «Ausrutscher» gefeit ist. Nicht ganz so gelungen ist die Story, in die noch ein Mutter-Sohn-Streit hineingepackt ist, der mehr Fragen aufwirft, als dass er etwas zur Handlung beisteuern könnte. Zudem nimmt man Hauptdarstellerin Julianne Moore, die für diesen Film wie geschaffen ist, die Härte, mit der sie ihrem Sohn gegenübertritt, irgendwie nicht ab. Doch davon abgesehen inszenierte Regisseur Egoyan eine clevere, moderne Ehegeschichte, die er mit über­raschenden Wendungen und einem Hauch von düsterer Psycho-Atmo­sphäre versah.

Das macht den Film aus

  • Die Handlung ist doppelbödig und hält das Publikum bei der Stange.
  • Toronto bietet eine attraktive Kulisse für diesen atmosphärischen Thriller.
  • Das Zusammenspiel der drei Hauptfiguren funktioniert und ist geheimnisvoll.


Länge: 96 Min., Regie: Atom Egoyan, D: J. Moore, L. Neeson, A. Seyfried. Start: 13. 5.

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