Zimmermann & De Perrot mit «Hans was Heiri» Die Bühnenmagier

Tanztheater vom Feinsten: Mit ihrem neuen Stück «Hans was Heiri» stellen die Zürcher Zimmermann & de Perrot einmal mehr alles auf den Kopf und bringen das Publikum zum Staunen.
Dimitri De Perrot, 36, und Martin Zimmermann, 41.
Dimitri De Perrot, 36, und Martin Zimmermann, 41.

 Die Bühnenwelt von Zimmermann & de Perrot ist klar begrenzt und passt trotzdem in keine Schublade. Ihre Stücke spielen in Boxen, Schachteln oder Holzkisten, die ständig in Bewegung sind. Mal geht eine Tür auf, dann wackelt der Boden, steht alles kopf, stürzt um oder fällt gar in sich zusammen. Die Menschen – allesamt hervorragende Tänzer und Zirkusakrobaten – wanken durch diese Unbeständigkeit, straucheln, helfen sich gegenseitig, verzweifeln oder arrangieren sich damit. «Es ist wie im wahren Leben – spannend wird es dort, wo man unsicher ist», sagt Dimitri de Perrot. Figurentheater nennen die beiden Zürcher ihre Arbeit, sich selbst bezeichnen sie lieber als Erfinder denn als Regisseure. Nicht nur das Stück, auch die Choreografie, die Musik und das Bühnenbild entspringt ihrer eigenen akribischen Suche nach einer Deutung vom «Mysterium des Lebens». Da kaum gesprochen wird, spielt das Bühnenbild eine zentrale Rolle. Wie eine Skulptur, in der sich die Figuren zurechtfinden müssen, gibt es den Erzählrahmen vor. Nach preisgekrönten und international erfolgreichen Stücken wie «Gaff Aff», «Öper Öpis» oder «Chouf Ouchouf» nun ihr neuster Streich: «Hans was Heiri». Die zentrale Frage hier:
Ist das Leben ein Scheitern im grossen Versuch, individuell und einzigartig zu sein? Unterscheiden wir uns in unseren Gefühlen und Handlungen überhaupt? Oder ist das illusorisch? Auf der Bühne ein riesiger, beweglicher Würfel, eine Art Puppenhaus, in dem die Figuren von Raum zu Raum taumeln, was immer wieder zu absurden Situationen und somit zu herzhaften Lachern im Publikum führt. Überhaupt ist der Humor ein wichtiger Bestandteil in den Stücken des Duos. Sie selbst sagen das so: Wir lachen uns kaputt und meinen es dabei todernst.

Theaterspektakel Zürich 21.–28. 8.
«Hans was Heiri». «Chouf Ouchouf» am
19./20. 9. im Theater Palace in Biel, und am
22./23. 9. im Kultur- und Kongresszentrum Thun

www.zimmermanndeperrot.com

 

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