«Phoenix» (D) Die Hoffnung stirbt zuletzt

Phoenix
© HO

Nellys Gesicht wurde nach Misshandlungen im KZ rekonstruiert, doch ihr geliebter Ehemann Johnny erkennt sie nicht wieder.

Die Story Nelly (Nina Hoss) überlebt körperlich und seelisch schwer verletzt Auschwitz. Ihre Freundin Lene (Nina Kunzendorf), Mitarbeiterin der Jewish Agency, bringt sie in ihre Heimatstadt Berlin zurück, wo sie sich einer Gesichtsoperation unterzieht. Nach der Genesung sucht Nelly nach ihrem geliebten Mann Johnny (Ronald Zehrfeld). Sie findet ihn schliesslich in einer Bar, wo er als Mädchen für alles arbeitet. Doch Johnny, fest davon überzeugt, dass seine Frau tot ist, erkennt sie nicht. Trotzdem schlägt er ihr einen Deal vor: Mit seiner Hilfe soll sie sich in Nelly verwandeln, um so an deren Vermögen zu kommen.

Die Schauspieler Nina Hoss («Yella», 2007) als Nelly ist eine Wucht: zerbrechlich, eigenwillig und seltsam stark. Bemerkenswert auch die Leistung von Ronald Zehrfeld («Mord in Eberswalde», 2014) als Johnny.

Der Regisseur Christian Petzold ist ein gefeierter deutscher Regisseur. Für «Barbara» (2012) wurde er mit dem Silbernen Bären der Berlinale für die beste Regie ausgezeichnet.

Die Szene Nelly singt, und Johnny begleitet sie am Klavier: Ihre Stimme wird zunehmend kräftiger, der Ärmel ihres roten Kleides rutscht hoch und … mehr soll hier nicht verraten werden.

Der Satz Nelly: «Ohne Johnny hätte ich das Lager nicht überlebt. Als er mich nicht erkannt hat, da war ich wieder tot.»

Das Fazit Ein bis zum Schluss spannender Film. Über Liebe, Verrat und Verlust – und über die Fähigkeit, sich ins Leben zurückzukatapultieren. Fährt ein!

Bewertung *****
Länge 98 Min.
Regie Christian Petzold.
Kinostart 2. 10.

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