Trio Artemis Die Tonjägerinnen

Das Winterthurer Trio Artemis feiert sein 15-jähriges Bestehen mit einer neuen CD und einem Konzert im Kultur- und ­Kongresszentrum Luzern.
Drei der vier Artemissen ­Felicitas Strack, Bettina Macher und Katja Hess (v. l.).
© Marcus Gyger Drei der vier Artemissen ­Felicitas Strack, Bettina Macher und Katja Hess (v. l.).

2 × 3 macht 4. Dank Pippi Langstrumpf weiss das jedes Kind. Auch das Winterthurer Trio Artemis macht sich die Welt widdewidde, wie sie ihm gefällt. Denn eigentlich ist das Trio ein Quartett.   

Vor 15 Jahren gründeten Katja Hess (Violine), Bettina Macher (Cello) und ­Myriam Ruesch (Klavier) das Ensemble mit dem Namen der griechischen Jagdgöttin und spezialisierten sich bald auf Salonmusik. «Da überträgt sich unsere Spielfreude unmittelbar auf unser Publikum», sagt Bettina Macher. Heute ist ihr Programm grenzüberschreitend, umfasst Klassik, Volksmusik aus aller Herren Länder wie auch Walzer, Filmmusik und Tango – vor allem von Piazzolla. Doch davon später.

Nicht nur das Repertoire haben die drei erweitert, auch die Besetzung. Seit Myriam Ruesch, der ruhende Pol des quirligen Trios, vor fünf Jahren eine Schwangerschaftsvertretung suchte, ist Felicitas Strack mit von der Partie. Die Wahlbaslerin mit deutschen Wurzeln kommt von der Liedgestaltung und harmoniert als versierte Kammermusikerin wunderbar mit den drei Artemissen.

Doch bei allem Wohlklang – es gibt auch Dissonanzen. «Natürlich ist da eine gewisse Konkurrenz. Das gehört dazu. Aber da ja nie beide Pianistinnen auf der Bühne sind und wir mittlerweile beide Kinder haben, reden wir hauptsächlich darüber», sagt Myriam Ruesch lachend.

Doppelte Besetzung bedeutet auch doppelter Aufwand. Das Grundrepertoire müssen beide Pianistinnen einstudieren. Der Rest wird aufgeteilt. «Mir liegt ­Schubert und Schostakowitsch, Myriams Vorliebe ist eher klassisch ausgerichtet. So kommen wir gut aneinander vorbei», bestätigt Felicitas Strack.

Das Trio Artemis ist gefragt. Kein Wunder. Die Musikerinnen, die alle nebenbei
noch unterrichten, kommen nicht einfach auf die Bühne, spielen ihr Repertoire und verschwinden wieder. Sie wissen um die Gräben zwischen Klassikbühne und Publikum. So setzt das Trio mit seiner ansteckenden Spielfreude, mit literarischen Zwischenspielen, Themenabenden und Werkeinführungen bewusst einen Gegenpol zum üblichen Konzertbetrieb. Ihre Aufführungen sind erfrischend anders. Das kommt gut an. Auch im
Ausland.

Letzten Herbst waren sie auf Tournee in Argentinien. Eine ihrer Traumdestinationen. Drei Schweizerinnen spielen Tangos von Piazzolla in dessen Heimat? Heikel. «Allerdings. Aber sie mochten es – das ist ein grosses Kompliment», sagt Katja Hess stolz; sie managt das Trio seit Jahren zusammen mit ihrer Mutter.

Eben ist ihre sechste CD, ­«Simetra/artemiS», erschienen. Die Mischung von leichtfüssiger Salonmusik und «ernster» Klassik bewährt sich auch diesmal.

  • Jubiläumskonzert: 16. Mai um 11 Uhr im KKL Luzern
  • Neue CD «Simetra/artemiS»

www.trioartemis.ch

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