Der Urvater des Comic: Winsor McCay Die Welt der Träume

Das Cartoonmuseum Basel widmet dem legendären Comiczeichner Winsor McCay die erste umfassende Schweizer Schau und entführt die Besucher in eine fantastische Traumwelt.
Fantasiebegabt: Der Zeichner Winsor McCay schuf den ersten Trickfilm überhaupt und hinterliess ein umfassendes Werk: Details aus den beliebten Serien «Little Nemo in Slumberland» und «Dream of the Rarebit Fiend».
Fantasiebegabt: Der Zeichner Winsor McCay schuf den ersten Trickfilm überhaupt und hinterliess ein umfassendes Werk: Details aus den beliebten Serien «Little Nemo in Slumberland» und «Dream of the Rarebit Fiend».

Im Traum ist alles möglich. Mit den Fischen in den Tiefen des Ozeans um die Wette schwimmen, auf dem Mond spazieren gehen, Wolkenkratzer hochklettern oder mit einem wandernden Bett die Stadt erkunden. Der geniale Zeichner Winsor McCay (1869–1934) macht sich die unbegrenzten Möglichkeiten der Traumwelt zunutze und kreiert mit «Little Nemo in Slumberland» einen Klassiker der frühen Comicgeschichte. Die Serie erschien von 1905 bis 1911 in einer New Yorker Tageszeitung. Das Zeitungspapier ist vergilbt, die Farben sind verblasst, doch die nächtlichen Abenteuer des kleinen Nemo haben bis heute nichts von ihrer Strahlkraft verloren.

Zurzeit zeigt das Cartoonmuseum Basel in einer wunderbaren Schau das vielfältige Schaffen des amerikanischen Zeichners. Die ausufernde Darstellung surrealer Szenarien und ungewöhnliche Perspektiven machen Winsor McCays umfangreiches Werk einzigartig. Neben den vielen über 100-jährigen Zeitungsseiten sind auch 30 Originalzeichnungen und Objekte ausgestellt.

Im obersten Stock sind drei Trickfilme von McCay zu sehen, die der Pionier über 17 Jahre vor Walt Disneys erstem Zeichentrickfilm, «Steamboat Willie», schuf.

Einen Raum widmet die Ausstellung dem Schweizer Zeichner Daniel Bosshart, 41, dessen Werk viele Parallelen zu McCay aufweist. So zeichnet sich der Winterthurer auch durch die Darstellung von in Einzelbilder zerlegten Verwandlungen aus. Seine dem Film verwandten Bildergeschichten kommen ohne Text oder Sprechblasen aus, dafür ist die Gestaltung umso opulenter und farbenprächtiger. Daniel Bossharts letzte Comic-Alben, «Geteilter Traum» und «Alberto», stiessen auf grosses Interesse. Nun ist mit «Metamorphosis» der dritte und letzte Band der Trilogie erschienen. 

Cartoonmuseum Basel, bis 28. 10. Di–Fr 14–18, Sa/So 11–18 Uhr,
Tel. 061 - 226 33 60, www.cartoonmuseum.ch

Auch interessant