«Poulet aux Prunes» (FR/DE) Ein orientalisches Märchen

Die Story: Teheran in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts: Während eines Ehekrachs zerschmettert Faringuisse (Maria de Medeiros) die Geige ihres Mannes Nasser-Ali (Mathieu Amalric). Von diesem Verlust wird sich der begnadete Musiker nie mehr erholen.
Ein orientalisches Märchen
Ein orientalisches Märchen

Er kauft sich zwar eine Stradivari, die angeblich Wolfgang Amadeus Mozart gehörte, doch ihr Klang befriedigt ihn nicht. So beschliesst Nasser-Ali zu sterben. Nicht irgendwie, sondern würdevoll in seinem Bett. Nach acht Tagen ist es so weit. Der Violinist verlässt diese Welt, nicht ohne zuvor sein Leben noch einmal Revue passieren zu lassen. Dabei erfahren wir von seiner unglücklichen Liebe zur wunderschönen Irâne.

Die Stars Golshifteh Farahani als Irâne ist eine Augenweide, Mathieu Amalric ist die Rolle des unsterblich verliebten Künstlers wie auf den Leib geschnitten.

Die Regisseure Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud haben bereits im mehrfach ausgezeichneten Animationsfilm «Persepolis» (2007) zusammengearbeitet.

Die Parallelen Die Geschichte ist in der Zeit während des Staatsstreichs angesiedelt, den die Amerikaner initiierten, weil der Iran das erste Land war, das sein Öl verstaatlichte. Im Film heisst die schöne Geliebte von Nasser-Ali Irâne. Wohl kaum ein Zufall.

Das Fazit Eine umwerfend poetische Liebesgeschichte, ein orientalisches Märchen für Erwachsene. Traurig, melancholisch und trotzdem herzerwärmend.

Bewertung: ****
Länge:
93 Min.
Regie: Marjane Satrapi, Vincent Paronnaud.
Jetzt im Kino.

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