Im Kino Ein Polizist auf der Insel des Grauens

«Shutter Island» (USA) Meisterregisseur Martin Scorsese lässt Leonardo DiCaprio das Verschwinden einer Mörderin aus dem Knast aufklären.
Wortkarg US-Marshall Teddy (L. DiCaprio) befragt Knastdirektor Dr. Cawley (B. Kingsley).
© Paramout Pictures Wortkarg US-Marshall Teddy (L. DiCaprio) befragt Knastdirektor Dr. Cawley (B. Kingsley).

Im Hochsicherheitsgefängnis für kriminelle Geisteskranke auf Shutter Island ist die Zelle einer mehrfachen Kindsmörderin plötzlich leer. Sie hatte ihre eigenen drei Kinder ertränkt. Jetzt ist sie spurlos verschwunden, obwohl es von der Insel kein Ent­rinnen gibt.

Das Wetter ist rau. Die Wolken hängen tief und grau über der gespenstischen Anstalt, als die beiden vom Festland gesandten US-Marshalls Teddy (Leonardo DiCaprio) und Chuck (Mark Ruffalo) von dem kahl geschorenen Gefängnisdirektor Dr. Cawley (Ben Kingsley) empfangen werden. Die zwei sollen das Verschwinden der Mörderin untersuchen. Inzwischen zieht ein heftiger Sturm auf.

Eine Szenerie wie aus einer Erzählung von Gothic-Meister Edgar Allen Poe, der Kultregisseur Martin Scorsese («Taxi Driver», «The Departed») auf der Leinwand ein Gesicht gibt. Die Geschichte nimmt einen ebenso spannenden wie nervenaufreibenden Lauf.

Wir schreiben das Jahr 1954. Teddy, ein Veteran aus dem Zweiten Weltkrieg, wird beim Anblick der Irrenanstalt und deren Insassen und Angestellten an seine eigenen Traumata erinnert. Niemand auf der Insel scheint wirklich vertrauenswürdig zu sein – oder bildet sich das Teddy bloss ein?

«Shutter Island» ist nicht unbedingt ein ausgeklügelter Krimi, der getrieben durch einen vertrackten Plot schliesslich das grosse Aha-Erlebnis hervorruft. Der Film ist viel mehr ein in eine ­geheimnisvolle Welt eingebetteter Psychothriller, der von den verschiedenen Figuren geformt wird. Regisseur Scorsese lässt keine Gelegenheit aus, mit atmosphärischen Bildern, Rückblenden und skurrilen Köpfen noch mehr Rätselhaftes zu schaffen. DiCaprio, der von jeher innerlich zerrissene Helden spielt, nimmt seine Rolle dankend an und quält sich mit grosser Klasse durch diesen Film.

Darum überzeugt der Film

  • Das Schauspieler-Ensemble mit DiCa-prio, Kingsley und Ruffalo ist erstklassig.
  • Atemlos versucht man als Zuschauer auf des Rätsels Lösung zu kommen.
  • Die Story ist so spannend, dass man den Film eigentlich zweimal sehen müsste.

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