Kino: Moon (GB) Eine «Space Oddity» mit kleinem Geheimnis

Alles spricht von Duncan Jones und seinem Spielfilmdebüt, das auf dem Mond angesiedelt ist. Das hat auch mit David Bowie zu tun.
Nicht mehr allein: Sam (Sam Rockwell, l.) erhält auf dem Mond unerwartet Gesellschaft.
© Foto Xenix Nicht mehr allein: Sam (Sam Rockwell, l.) erhält auf dem Mond unerwartet Gesellschaft.

In zwei Wochen soll er auf die Erde zurückkehren: Sam (Sam Rockwell) arbeitet im Dienst eines amerikanischen Konzerns, der die Erde vom Mond aus mit Energie versorgt. Sam ist so etwas wie der Abwart einer ausserirdischen Anlage und lebt nunmehr seit drei Jahren auf dem Mond. Mutterseelenallein. Das Einzige, was neben ihm an einen Menschen erinnert, ist die Stimme des Roboters Gerty (Kevin Spacey), der Sam in allen Lebenslagen unterstützt: Er hilft ihm bei Reparaturen, macht Frühstück und bringt ihn wieder auf die Beine, wenn ihm etwas zustösst.

Auch dieses Mal. Denn Sam hatte bei einer Kontrollfahrt ausserhalb der Station einen Unfall. Als er nach einiger Zeit wieder zu sich kommt, taucht ein Mann auf, der Sam zum Verwechseln ähnlich sieht.

Das Science-Fiction-Drama «Moon» begeistert die Festivaljurys auf der ganzen Welt, und Hauptdarsteller Sam Rockwell streicht für seine One-Man-Show regelmässig Preise ein. Doch die Presse reisst sich für einmal nicht um den bekannten Schauspieler, sondern um den unbekannten Regisseur. Dieser heisst Duncan Jones, ist 39, Engländer und Sohn von Musikerlegende David Bowie. Aus einer Rebellion heraus habe er nie ein Instrument gelernt, verriet Jones, der ein sehr gutes Verhältnis zu seinem Vater hat, in diversen Interviews. Dafür macht er jetzt Science-Fiction-Filme.

Der fünf Millionen Dollar teure «Moon» ist ein originell gemachter Low-Budget-Streifen mit eindrücklicher und glaubwürdiger Optik. Keiner der Marke «Mensch gegen Maschine»: Hier findet der auf seine Weise tragische Held in der Maschine einen Freund. Auf Space-Action wurde verzichtet, denn der seltsame Alltag des einsamen Sam birgt genug Spannung. Duncan Jones gelang trotz abgehobener Thematik ein bodenständiger Film. BENJAMIN BÖGLI

Deshalb lohnt der Film

  • Die Bildsprache macht trotz bescheidenem Budget gewaltig Eindruck.
  • Dank kluger Figurenzeichnung wird die One-Man-Show nicht langweilig.
  • Der Regisseur kreiert eine intensive, packende Atmosphäre. 

Bewertung: ****
Länge: 97 Min.
Regie: Duncan Jones
Darsteller: Sam Rockwell
Start: 22. 7.

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