Fantoche Fantasie und Wirklichkeit

205 Kurzfilme, 12 Langfilme, 5 Ausstellungen: FANTOCHE, das internationale Trickfilmfestival zeigt in Baden während sechs Tagen die aktuellsten Animationsfilme aus aller Welt.
Bewegend «The Green Wave», 2010, aus dem Iran.
© zvg Bewegend «The Green Wave», 2010, aus dem Iran.

Überschäumende Kreativität, unbegrenzte Fantasie und visueller Übermut: Dem Animationsfilm sind kaum Grenzen gesetzt. Auch Wirklichkeit lässt sich auf dem Zeichenpult oder per Computer dokumentieren und erhält so eine zusätzliche Dimension.

«The Green Wave» zeigt das besonders eindrücklich. Der Dokumentarfilm ist eine vielschichtige Collage aus Realfilm, Animation und Webdokumenten und zeigt den demokratischen Widerstand Irans im Sommer 2009. Mit der iranischen Zensur hatte Regisseur Ali Samadi Ahadi nicht zu kämpfen, da er den Film im deutschen Exil hergestellt hat. Auch der mehrfach ausgezeichnete «Persepolis» von Marjane Satrapis spielt im Iran und erzählt die Jugendjahre der Regisseurin. 2007 eroberte der Film die Kinos. Als Schlüsselwerk des animierten Dokumentarfilms gilt «Waltz with Bashir» von Ari Folman. In diesem eindringlichen Kriegsdokument von 2008 verarbeitet er seine eigenen Erlebnisse als israelischer Soldat im Libanonkrieg. Leichtere Kost ist «Tatsumi» von Eric Khoo, ein Porträt des japanischen Zeichners Yoshihiro Tatsumi, der den japanischen Comicstil revolutionierte. Diese Filme werden am Fantoche im Rahmen des diesjährigen Schwerpunktes animierter Dokumentarfilm gezeigt, der Kurz- und Langfilme, Ausstellungen und Vorträge umfasst.

 

Das internationale Animationsfilm-Festival in Baden zeigt zum neunten Mal die weltweiten Highlights des aktuellen Trickfilmschaffens. Im Langfilmprogramm feiern verschiedene Beiträge Premiere. In «Le Chat du Rabbin» (F) erlebt die sprechende Katze eines Rabiners wundersame Abenteuer. Spektakulär inszeniert und gnadenlos spannend ist der Action-Thriller «The Prodigies», eine Co-Produktion aus Frankreich, Belgien und Luxemburg. Der Film erzählt die Geschichte von fünf nicht ganz alltäglichen Jugendlichen, die nach einem Überfall Rachepläne schmieden. Gezeigt wird er sowohl in 2-D wie auch in 3-D. Friedlicher gehts im Märchen «The Great Bear» zu. Der Beitrag aus dem dänischen Kreativstudio Copenhagen Bombay ist eine Parabel über das Zusammenleben von Mensch und Natur. Die jüngste Produktion aus dem Ghibli-Studio ist «Kari-gurashi no Arietti». Der japanische Anime erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft.

Neben den spannenden Wettbewerbsblöcken widmet sich Fantoche auch dieses Jahr der Sparte Animation & Game Design, zeigt die Crème de la Crème des Schweizer Animationsfilms der letzten 20 Jahre, und für Kids und Teens gibts Filme, Workshops und Publikumsabstimmungen.

Fantoche, Baden AG, 6.–11. 9.
Infos Tel. 056 204 93 47 oder www.fantoche.ch

 

 

 

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