Museum zu Allerheiligen Farbenexplosion in Schaffhausen

Zu den Highlights der Sturzenegger-Sammlung zählen Werke von Lucas Kranach d. Ä., Hodler oder Varlin. In Schaffhausen wird der Schwerpunkt auf die klassische Moderne gesetzt.
Mächtiger Berg: Von Grindelwald aus gesehen: das imposante «Wetterhorn», von Ferdinand Hodler im Winter 1911/12 gemalt.
Mächtiger Berg: Von Grindelwald aus gesehen: das imposante «Wetterhorn», von Ferdinand Hodler im Winter 1911/12 gemalt.

Die Konturen des Berges sind weich, die Farben leuchten trotz bedecktem Himmel. «Das Wetterhorn» (unten gross) malte Ferdinand Hodler (1853–1918) im Winter 1911/12 in Grindelwald. Die Trauer um die tödliche Krankheit seines Sohnes Hektor hat den grossen Schweizer Maler mild gestimmt: Die markanten Umrisse, wie man sie von einer früheren Fassung kennt, wurden entscheidend abgeschwächt.

Anders sieht es im Gemälde von Cuno Amiet (1868–1961) aus, das im gleichen Jahr wie «Das Wetterhorn» entstand. Figuren und Bäume in «Ruhepause im Garten auf der Oschwand» sind stark konturiert, die Farben intensiv. Im Frühwerk von Cuno Amiet weisen zum Teil expressive Pigmentfelder auf Hodlers Malweise hin. Die Bewunderung des Solothurners für den grossen Meister ist hier offensichtlich.

1914 stand Félix Vallotton (1865 bis 1925) auf der Höhe seines Erfolgs. Den Porträts folgten nun zunehmend Stillleben. Die Darstellung von «Orange et myosotis» (1914) nähert sich der Neuen Sachlichkeit, einer Kunstrichtung, die in Deutschland zwischen den beiden Weltkriegen zum Blühen kam. In dieser Stilrichtung lässt sich auch das flammende Bild «Blühender Schlangenkaktus vor Seelandschaft» (1944) des thurgauischen Malers

Adolf Dietrich (1877–1957) einreihen. Diese Bilder sowie weitere hochkarätige Kunstwerke sind in der Schau «Hodler, Dix, Vallotton – 25 Jahre Sturzenegger-Stiftung» zu sehen. Die Stiftung wurde vom Bankiers-Ehepaar Dr. Hans und Claire Sturzenegger-Jeanfavre gegründet und setzt sich für den Ankauf von bedeutenden Werken für das Museum Allerheiligen ein. In den letzten 25 Jahren hat die Stiftung rund 47 Millionen Franken investiert. KATI MOSER

Museum Allerheiligen, Schaffhausen
Bis 6. 1. 2013 Di–So 11–17 Uhr, Tel. 052 - 633 07 77, Katalog CHF 22.–
www.allerheiligen.ch

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