Kinofilm: «Taxi Teheran» (IR) Von Todesstrafe und Goldfischen

Taxi Lobby

Mit dem Taxi durch Teheran Was ein Taxifahrer über die Gesellschaft eines Landes erfährt, ist erstaunlich vielfältig – manchmal ernst, aber oft auch humorvoll.

Die Handlung «Taxi Teheran» ist ein Roadmovie der besonderen Art. Ein Taxifahrer namens Jafar Panahi, der eigentlich Regisseur ist, nimmt uns in seinem Auto mit. Er beginnt mit seinen Fahrgästen zu plaudern, die erstaunlich offen vom Sinn und Unsinn der Todesstrafe, von Armutskriminalität oder vom Aberglauben erzählen. Auch das Filmemachen selbst wird zum Thema, als ihn einer seiner Gäste erkennt. Und das rigide iranischen Regime, das Menschen wie Panahi inhaftieren lässt und mit Berufsverbot belegt. Einige Passagen sind zum Schutz der Protagonisten und des Filmteams inszeniert, der grösste Teil ist eins zu eins mit einer fest montierten Kamera gefilmt. Doch trotz der statischen Perspektive entfaltet sich in dem Taxi eine thematische Vielfalt, die über die Grenzen des engen Raumes hinausreicht.

Die aussergewöhnliche Szene Zwei abergläubische Frauen, die einen Goldfisch zu einer Quelle bringen müssen, um ein Unglück abzuwenden.

Der Regisseur Seit Jahren ist Jafar Panahi, 55, wegen Kritik am iranischen Regime mit einem Berufs- und Reiseverbot belegt. Doch der Regisseur lässt sich nicht unterkriegen. Er realisiert seine Filme heimlich und lässt sie ausser Landes schmuggeln.

Das Fazit Zu Recht hat der halb dokumentarische Film an der Biennale in Berlin den Goldenen Bären gewonnen. Ein beeindruckendes, vielschichtiges, menschliches und nicht zuletzt humorvolles Porträt der iranischen Gesellschaft.

Bewertung ****
Länge 82 Min
Regie Jafar Panahi
Kinostart 2.7.

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