«Left Foot Right Foot» (F/CH) Schmerzliches Erwachsenwerden

Marie und Vincent
© HO

Marie und Vincent lieben sich, doch die Zuneigung von Vincent zu seinem autistischen Bruder Mika verunsichert Marie.

Die Story Der Film beginnt recht banal: Marie und Vincent wohnen zusammen, beide gehen Gelegenheitsjobs nach. Vincent blüht beim Skaten auf, Marie träumt von einer besseren Zukunft. Gelegentlich wohnt auch Mika bei ihnen, der autistische Bruder von Vincent. Doch dann beginnt es zwischen dem Paar zu kriseln, Marie gerät in schlechte Kreise und droht in die Prostitution abzudriften.

Die Schauspieler Dimitri Stapfer als autistischer Mika ist der absolute Star. Die Performance des Oltners ist eine Wucht. Gut besetzt sind auch die Rollen des jugendlichen Paares: Nahuel Pérez Biscayart als träumerischer Vincent, Agathe Schlencker als naive junge Frau.

Der Regisseur Mit seinem ersten Langspielfilm holt sich der Deutsch-Franzose Germinal Roaux, 38, gleich drei Auszeichnungen beim diesjährigen Schweizer Filmpreis: je einen Quartz für Dimitri Stapfer für die beste Darstellung in einer Nebenrolle und Denis Jutzeler für die beste Kamera. Und schliesslich noch den Spezialpreis der Akademie an Françoise Nicolet für die Kostüme. Germinal Roaux arbeitet auch als Fotograf.

Der Titel «Left Foot Right Foot» bezieht sich auf jene stürmischen Zeiten in der Jugend, wo man am Scheideweg steht und nur weiterkommt, indem man einen Fuss vor den anderen setzt.

Das Fazit Ein tief bewegender Film über Liebe, Entfremdung und das Erwachsenwerden. Intensive Bilder, die lange in Erinnerung bleiben. Toller Soundtrack. 

Bewertung **** 
Länge 105 Min. 
Regie Germinal Roaux. 
Kinostart 15. 5.

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