«Locke» (GB/USA) Rasante Fahrt in den Abgrund

Ivan Locke (Tom Hardy)
© HO

80 Autominuten hat Ivan Locke (Tom Hardy) Zeit, um sein Leben vor dem Kollaps zu retten. EIne Fahrt ins Ungewisse. 

Die Geschichte Beinahe alles hat der pflichtbewusste, grundanständige Ivan Locke (Tom Hardy) richtig gemacht. Er ist nicht nur ein hingebungsvoller Vater und liebender Ehemann, sondern auch als Chef einer Grossbaustelle beim Arbeitgeber und bei den Kollegen hochangesehen. Am Abend vor der grössten Herausforderung seiner Karriere bringt ein Telefonanruf seine heile Welt ins Wanken. Eine Monate zurückliegende, spontan getroffene Entscheidung droht alles, was ihm wichtig ist, auf einen Schlag zu zerstören. In einer 80-minütigen Autofahrt nach London versucht Locke, mittels unzähliger Telefonanrufe, die Grundfesten seines Lebens vor dem Einsturz zu bewahren.

Der Schauspieler Ein-Mann-Stücke sind für Schauspieler Schwerstarbeit. Tom Hardy, 36, meistert die Aufgabe bravourös und verleiht der Figur viel Charisma. Der Brite war bereits in «Inception» an der Seite von Leonardo DiCaprio zu sehen. Nun wurde bekannt, dass er im Westerndrama «The Revenant» von Alejandro González Iñárritu erneut mit dem Superstar zusammenarbeiten wird.

Die Regie Der britische Drehbuchautor Steven Knight (u. a. «Amazing Grace» und «Tödliche Versprechen») verfilmte seinen Stoff gleich selbst.

Der Satz Katrina Locke: «Der Unterschied zwischen niemals und einmal ist der Unterschied zwischen Gut und Schlecht.»

Die Erkenntnis So unerbittlich sich Ivan Locke seinem Fehler und den Konsequenzen stellt, so gnadenlos reagiert seine Frau. Es gilt eben, was die deutsche Autorin Yasmina Reza formuliert: «Liebe ist keine Garantie für Glück. Sie kann auch ohne Glück existieren.»

Das Besondere Eine Art postmoderner Western à la Gary Cooper. Auch hier muss ein Mann tun, was ein Mann tun muss. Statt gegen Revolverhelden kämpft er hier verzweifelt um seine Familie, seinen Job. Und nicht zuletzt um seine persönliche Integrität.

Das Fazit Der Film ist faszinierend, hochspannend, realistisch und erreicht mit minimalem Aufwand maximale Wirkung: ein Kinoerlebnis, das einen noch Tage begleitet. Sehenswert! 

Bewertung *****
Länge 85 Min.
Regie Steven Knight.
Kinostart 19. 6.

Auch interessant