«Words and Pictures» Schaukampf der Kulturen

Lustvoller Wettkampf
© HO

Huhn oder Ei, Kunst oder Sprache – was war zuerst? Dina (Juliette Binoche) und Jack Marcus (Clive Owen) zetteln einen Kulturkampf an.

Die Geschichte
Jack Marcus ist ein ebenso ambitionierter Englischlehrer wie passionierter Alkoholiker. Dina Delsanto ist eine arthritisgeplagte Künstlerin, die kaum noch malen kann. Sie begegnen sich im Lehrerzimmer einer Provinzschule. Sofort fordert Jack die kühle Schönheit mit einem kniffligen Wortspiel heraus. Dina pariert problemlos, was ihm imponiert. Als sie vor ihren Schülern die Überlegenheit der bildenden Kunst gegenüber Worten postuliert, fühlt sich Jack herausgefordert. Er zettelt einen Wettstreit an und motiviert damit nicht nur sich, sondern die ganze Schule, über die Macht der Worte und die Kraft der Bilder nachzudenken. Bitter nötig, denn sein Posten als Lehrer steht wegen seiner Alkoholexzesse auf dem Spiel.

Die Schauspieler
Lang ists her, dass wir Juliette Binoche auf der Leinwand sahen. Umso schöner, sie nun als kratzbürstige Künstlerin zu erleben. Nicht minder gut: Clive Owen als alkoholkranker Gegenspieler und Lover. Die Spielfreude am Dialogscharmützel ist den beiden Schauspielern anzumerken.

Der Regisseur
Der Australier Fred Schepisi wurde bekannt durch «Schrei in der Dunkelheit» mit Meryl Streep (1988). Grossartig, dass er ein so interessantes wie ungewöhnliches Thema verfilmt hat, auch wenn das Drehbuch einige Schwächen hat.

Das Fazit
Witzig, intelligent und hervorragend gespielt – der Film ist ein Kinovergnügen. Darum sei ihm der kitschige, unglaubwürdige Schluss verziehen. 

Bewertung***
Länge: 111 Min.
Regie: Fred Schepisi.
Kinostart: 22. 5.

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