Im Kino Flower-Power in der amerikanischen Armee

The Men Who Stare at Goats (USA): Hippies in der US-Armee? Die gabs tatsächlich!
Einer wird gewinnen: Lyn Cassady (George Clooney) starrt bis zum Umfallen
© Ascot Elite Einer wird gewinnen: Lyn Cassady (George Clooney) starrt bis zum Umfallen

Es gibt Geschichten, die man kaum für möglich hält. Zum Beispiel diese: Die US-Armee baute in einem Anflug von Post-Vietnam-Depressionen eine Abteilung aus einer Art Hippie-Soldaten auf. Das sogenannte First Earth Battalion bestand aus etablierten Militärs, die sich einer New-Age-Ausbildung unterzogen. Man könnte das auch psychologische Kriegsführung nennen. Nicht vom Schreibtisch aus, sondern an der Front.

Diesen Elitesoldaten soll es gelungen sein, durch Betonwände zu gehen – bei den meisten blieb es allerdings beim Versuch. Oder sie spürten mittels hellseherischer Fähigkeiten entflohene Kriegsgefangene auf. Auch praktizierten sie ein psychedelisches Starren, das den ­Gegner tot umfallen liess. Zumindest bei einer Ziege soll das funktioniert haben.

Die Geschichte ist wahr. Und George Clooney, der die Hauptrolle spielt, brachte sie  mit Regisseur Grant Heslov auf die Leinwand. Das Drehbuch basiert auf einem Text eines Journalisten – im Film gespielt von Ewan ­McGregor –, der durch Zufall im Irak auf einen Mann namens Lyn Cassady ­(Clooney) stiess. Dieser hatte im First Earth Battalion gedient.

«The Men Who Stare at Goats» («Die Männer, die Ziegen anstarren») ist eine skurrile Komödie geworden, die den Zuschauer stellenweise ziemlich in Staunen versetzt. Dem Film fehlt schliesslich aber ein süffiger Plot, denn er lebt mehr von den starken Schau­spielern und den verblüffenden Fakten.

Tausendsassa Clooney hat derweil bereits ein weiteres Kapitel US-Kriegsgeschichte in der Mache. Er produziert zurzeit einen Film über eine Gruppe von CIA-Agenten, die während der ­iranischen Revolution 1979 als Hollywood-Filmteam getarnt, fest­gehaltene Amerikaner aus der kanadischen Botschaft in Teheran zurück in die USA schafften. Auch dies eine wahre Geschichte.

Deshalb ist der Film zu empfehlen

  • Jeff Bridges («The Big Lebowski») ist als Hippie-Kommandant einmalig.
  • Solche urkomischen Geschichten kommen selten mit Stars auf die Leinwand.
  • Hippies in Uniform, die in den Krieg wollen? Das haben Sie noch nie gesehen!

 

Länge: 94 Min., Regie: Grant Heslov, D: G. Clooney, E. McGregor, J. Bridges. Start 11. 3.

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