«Lore» (A, D, GB) Flucht durch verbranntes Land

Die Geschichte Deutschland, Frühjahr 1945: Lore und ihre vier kleinen Geschwister wohnen mit ihrer Mutter abgeschottet in einer Hütte im Schwarzwald. Als der Krieg verloren ist, werden Lores Eltern, beide treue Anhänger des Führers, verhaftet.
Zerstörung, wo sie hinkommen: Nach der Verhaftung ihrer Eltern flüchtet Lore (Saskia Rosendahl) mit ihren Geschwistern quer durchs versehrte Deutschland.
Zerstörung, wo sie hinkommen: Nach der Verhaftung ihrer Eltern flüchtet Lore (Saskia Rosendahl) mit ihren Geschwistern quer durchs versehrte Deutschland.

Die Nachbarn wollen mit der «Hitlerbrut» nichts zu tun haben. So packt das 14-jährige Mädchen alle sieben Sachen und flieht mit ihren Brüdern, der Schwester und dem Baby quer durchs Land zur Grossmutter. Unterwegs treffen sie den stillen Thomas, der sich ihnen anschliesst. Lore mag den schüchternen Jungen, kämpft aber gegen ihre Gefühle an. Denn ihre auf Rassenreinheit und Judenhass basierende Erziehung lässt die aufkeimende Liebe zu dem jüdischen Thomas nicht zu.

Die Schauspieler: Saskia Rosendahl verleiht dem Mädchen Lore ein Gesicht, das man nicht mehr vergisst. Ihrem verzweifelten Kampf zwischen der anerzogenen Herrenmenschen-Ideologie und der unübersehbar konträren Realität wird im Film viel Raum gegeben – die junge Schauspielerin füllt ihn mühelos.

Die Regisseurin: Cate Shortland, 44, ist eine australische Autorin und Regisseurin. Ihr erster Spielfilm, «Somersault» (2004), wurde mehrfach preisgekrönt. Für «Lore» erhielt sie diesen Sommer bereits den Publikumspreis am Internationalen Filmfestival von Locarno.

Das Fazit: Ein starkes, bildgewaltiges, beklemmendes Drama, das Kinder im Krieg (endlich!) die Hauptrolle spielen lässt. Beeindruckend.

 

Bewertung: * * * * *
Länge: 108 Min.
Regie: Cate Shortland
Kinostart: 15.11

 

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