Claude Monet Flüchtige Impressionen

Die Fondation Pierre Gianadda in Martigny lockt erneut mit einer illustren Ausstellung. Zu sehen sind 70 Ölbilder und 45 Holzschnitte des grossen Impressionisten Claude Monet.
Zerstreuung im Sommer: «Sur la plage à Trouville», gemalt um 1870/71 .
© Musée Marmottan Monet, Paris Zerstreuung im Sommer: «Sur la plage à Trouville», gemalt um 1870/71 .

Was sich Léonard Gianadda, 76, vornimmt, das erreicht er auch. Dem Walliser kommt zugute, dass er sich in der Kunstwelt bestens auskennt – und dass sein Netzwerk hervorragend funktioniert. Dank Ausdauer und Charme ist ihm erneut eine Sensation gelungen. Monet au Musée Marmottan et dans les Collections suisses ist der Magnet in diesem Sommer/Herbst. Vor den 70 Ölbildern und den 45 Holzschnitten bilden sich täglich lange Menschenschlangen. Das Vergnügen beim Betrachten der Werke von Claude Monet (1840–1926) ist ganzheitlich. Nicht nur die Augen verlieren sich im Farbrausch eines Seerosen-Bildes. Bei «Sur la plage à Trouville» (o., grosses Bild) glaubt man die Meeresbrise auf der Haut zu spüren. Sommerdüfte entspringen dem Bild «Terrasse à Vétheuil» (o.), Ergriffenheit erfasset einen bei der «Kathedrale von Rouen».

Die Ausstellung ist einem Spaziergang nachempfunden – an jene Orte, die Monet inspirierten: an die Ufer der Seine, entlang der Küste der Normandie, in die Bretagne, nach Italien. Und nach Giverny, wo der Maler ab 1883 sein Anwesen ausbaut. Der Obstgarten wird zum Blumengarten. Mohnblumen, Iris und Lilien blühen um die Wette, ein Wassergarten mit japanischer Brücke wird angelegt, fünf Gärtner kümmern sich um das kleine Paradies. Monet ist inspiriert. Er malt wie ein Besessener, verfolgt das Spiel des Lichtes. Immer wieder.

In den letzten 25 Jahren seines langen Lebens entstehen in Giverny die weltberühmten Seerosen-Bilder. Monet arbeitet nun in Serien. Um die Essenz des Lichtes und des Augenblicks einzufangen, malt er oft gleichzeitig an mehrere Leinwänden. Gleicher Standpunkt, gleiche Komposition, verschiedene Resultate. Variationen eines Magiers, der sein Metier à fond kennt. 

FONDATION PIERRE GIANADDA, Martigny VS.
Bis 20. 11. Täglich 9–19 Uhr, Tel. 027 - 722 39 78, Katalog CHF 45.–.
www.gianadda.ch

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