«Future Present» in Basel Die Zukunft ist jetzt!

Die Ausstellung «Future Present» im Schaulager gibt einen grossartigen Einblick in die Sammlung der Emanuel Hoffmann-Stiftung.
Future Present
© HO

Stark und verletzlich zugleich: «Swan» (Leonardo DiCaprio), 1998, von Elizabeth Peyton.

Kommt Ihnen der Jüngling mit den blutroten Lippen irgendwie bekannt vor? Kein Wunder, es ist der Hollywood-Star Leonardo DiCaprio, porträtiert von der amerikanischen Malerin Elizabeth Peyton. Das kleine Porträt (28,4 × 20,3 cm) ist Teil der Emanuel Hoffmann-Stiftung, einer der bedeutendsten Schweizer Sammlungen zeitgenössischer Kunst von der klassischen Moderne bis heute. Sie wurde 1933 nach dem frühen Tod ihres ersten Mannes von Maja Sacher (1896–1989) gegründet und widmet sich dem Sammeln und Präsentieren von Gegenwartskunst. Angekauft werden ausschliesslich Arbeiten, «die sich neuer, in die Zukunft weisender, von der jeweiligen Gegenwart noch nicht allgemein verstandener Ausdrucksmittel bedienen», wie die Gründerin festhielt.

Einige der wichtigsten Werke – wie Dalís «Brennende Giraffe» oder Robert Delaunays «Eiffelturm» – sind Publikumsmagnete, die im Basler Kunstmuseum regelmässig ausgestellt werden. Dessen baubedingte Schliessung ist nun der Anlass, sie mit rund 300 weiteren Sammlungsstücken im Schaulager zu zeigen.

Der chronologische Kunstparcours beginnt mit Gemälden flämischer Expressionisten, die den Grundstock der Sammlung bilden. Es folgen frühe Klassiker wie Max Ernst, Hans Arp (siehe Bild r. o.) oder Joan Miró. Mit Joseph Beuys und Bruce Nauman, dem drei Räume (inkl. Video und Hologramm) gewidmet sind, ist die Mitte des 20. Jahrhunderts prominent vertreten. Von der vielseitigen Entwicklung der Gegenwartskunst der letzten Jahrzehnte zeugen unter anderem Werke von Katharina Fritsch, Robert Gober, Jeff Wall oder Fischli/Weiss. Übrigens: In den oberen Stockwerken, die sonst als Depot genutzt werden, sind grosse Installationen zu sehen. Und zum Schluss noch dies: Das Leitmotiv der Stiftung kann man getrost fürs eigene Leben übernehmen: «Bejahung der Gegenwart und Zuversicht auf die Zukunft».

Schaulager Basel
Bis 31. 1. 2016, Di/Mi/Fr 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr, Sa/So 10–18 Uhr, Tel. 061 335 32 32, www.schaulager.org

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