«Klimt, Schiele und ihre Zeit» im Beyeler-Museum Geburt des Jugendstils

Um 1900 war Wien einer der spannendsten Orte Europas. Neben Psychoanalyse und Kaffeehauskultur bahnten die WIENER SECESSIONISTEN in der Kunst den Weg für die Moderne.

In den 1890er-Jahren befand sich Wien in einer Phase des Umbruchs. Fortschrittsglaube und Untergangsstimmung wechselten sich ab, die Monarchie kränkelte, der Erste Weltkrieg stand vor der Tür. Es war aber auch die Zeit der Kaffeehauskultur. Die gepflegten Salons waren nicht nur Treffpunkt, um einen «kleinen Schwarzen» (Espresso) zu trinken. Es wurde auch diskutiert über Politik, Gesellschaft, Kultur. Zu dieser Zeit zog Wien Literaten, Musiker, Architekten, bildende Künstler magisch an. Das wunderbare Zusammenspiel der verschiedenen Künste zeigte die 14. Secessions-Ausstellung von 1902, die dem Komponisten Ludwig van Beethoven gewidmete wurde. Gegründet wurde die Wiener Secession 1897. Erster Präsident war der charismatische Maler Gustav Klimt (1862–1918). Die Secessionisten lehnten den vorherrschenden Konservatismus und den traditionellen, dem Historismus verpflichteten Kunstbegriff ab. Der Jugendstil trat seinen Triumphzug an. Gustav Klimt wurde einer seiner berühmtesten Vertreter.

Brillant – und viel moderner als Klimt – war sein Schützling Egon Schiele (1890–1918), der hauptsächlich Selbstporträts und vor allem Akte malte, die fast ausschliesslich Frauen und Kinder zeigen. Oft sehen seine Figuren ausgemergelt aus, näher dem Tod als dem Leben. Eine Parallele zu seinen Arbeiten bilden die frühen Werke des jungen Oskar Kokoschka (1886–1980). In der Riehener Ausstellung sind rund 200 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen zu sehen. Architekturmodelle, Möbel, Textilentwürfe, Glas- und Silberobjekte, Künstlerplakate und Fotografien aus dieser Zeit runden die Schau ab. Faszinierende Zeitreise.

Fondation Beyeler, Riehen, BS
Bis 16.1.2011, täglich 10 - 18 Uhr
Mi bis 20 Uhr, Tel. 061-645 97 00
Katalog CHF 68.-,
www.fondationbeyeler.ch

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